Warning: Undefined array key "HTTP_X_FORWARDED_PROTO" in /home/httpd/vhosts/petrolhead.ch/httpdocs/wp-config.php on line 82 Warning: Cannot modify header information - headers already sent by (output started at /home/httpd/vhosts/petrolhead.ch/httpdocs/wp-config.php:82) in /home/httpd/vhosts/petrolhead.ch/httpdocs/wp-includes/feed-rss2.php on line 8 Autobauer – Petrolhead.ch https://petrolhead.ch Petrolhead.ch – Das Schweizer Autofahrerblog Thu, 05 Mar 2020 12:52:02 +0000 de hourly 1 https://wordpress.org/?v=7.0.2 Neues Zuhause für Monteverdi: Schweizer Auto-Klassiker im Verkehrshaus https://petrolhead.ch/autos-marken/automarken/neues-zuhause-fuer-monteverdi-schweizer-auto-klassiker-im-verkehrshaus/?utm_source=rss&utm_medium=rss&utm_campaign=neues-zuhause-fuer-monteverdi-schweizer-auto-klassiker-im-verkehrshaus https://petrolhead.ch/autos-marken/automarken/neues-zuhause-fuer-monteverdi-schweizer-auto-klassiker-im-verkehrshaus/#comments Fri, 14 Apr 2017 08:38:46 +0000 http://petrolhead.ch/?p=1317 [Weiterlesen]]]> Anfang Dezember 2016 schloss das Monteverdi-Museum in Binningen seine Türen. Monteverdi-Inhaber Paul Berger ist dabei aber ein Meisterstück gelungen: Er hat zum 50-Jahre-Jubiläum der Automarke ein neues Zuhause für das automobile Erbe von Peter Monteverdi gefunden: das Verkehrshaus in Luzern. Jeweils etwa zehn Monteverdis sind ab sofort in einer Wechselausstellung in der umgebauten Halle Strassenverkehr ausgestellt.

Ohne grosse Ankündigung schloss Anfang Dezember 2016 das Monteverdi-Museum in Binningen seine Türen. Die Einnahmen aus den Eintrittstickets reichten nicht mehr aus, um die laufenden Kosten zu decken, und der Kanton Basel-Landschaft hatte eine finanzielle Unterstützung abgelehnt. Bis dahin war das Museum im ehemaligen Werk und der Tiefgarage nur noch für Gruppen nach Voranmeldung geöffnet.

Doch Paul Berger, Peter Monteverdis langjähriger Lebensgefährte und Inhaber der Monteverdi-Sammlung, hielt am diesjährigen Auto-Salon in Genf eine Überraschung parat. 25 Jahre, nachdem Monteverdi 1992 hier zum letzten Mal mit einem Stand präsent war und den Hai 650 F1 vorstellte, gibt’s ein Comeback. Zumindest mit sechs bisherigen Fahrzeugen. Herr Berger macht hier Werbung für das neue Zuhause, das er für seine Lieblinge gefunden hat!

Am 12. April wurde im Verkehrshaus der Schweiz in Luzern die grosse Neueröffnung der Halle Strassenverkehr gefeiert (die mit den vielen Autobahnschildern an der Fassade). Sie wurde erweitert, um im ersten Stock zusätzlichen Platz für Monteverdi zu schaffen. In einer Wechselausstellung sind hier ab sofort jeweils rund zehn Monteverdi-Fahrzeuge zu sehen. Im Verkehrshaus sind die Autos einer viel breiteren Öffentlichkeit zugänglich als noch im Museum in Binningen. Ein echter Glücksgriff!

Die neueröffnete Halle Strassenverkehr im Verkehrshaus Luzern

Monteverdi im Verkehrshaus

Im Ergeschoss der neueröffneten Halle Strassenverkehr steht ein Formel 1-Wagen von Monteverdi. Gleich daneben führt die Rolltreppe in den ersten Stock.

Monteverdi Formel 1

Schon auf der Fahrt nach oben ist «Monteverdi» in grossen Lettern auf dem Stahlträger zu lesen. Darunter, in direkter Verlängerung der Rolltreppe, steht Monteverdis letzter Wurf: der Hai 650 F1. Die Zahl steht dabei für die Anzahl PS, die der Achtzylinder-Motor von Cosworth leistet. Er beschleunigt den Rennwagen in nur 8 Sekunden von 0 auf 200 km/h und weiter bis zu einer Höchstgeschwindigkeit von 335 km/h. Er ist eng verwandt mit dem Formel 1-Wagen unten an der Rolltreppe: Peter Monteverdi liess seine Erfahrungen aus der Formel 1 einfliessen und verwendete viele Komponenten aus dem eigenen Formel-1-Boliden. Schade, aber vielleicht auch kein Wunder, dass der Hai 650 F1 keine Strassenzulassung erhielt, sondern ausschliesslich auf Rennstrecken gefahren werden durfte.

Die neue Wechselausstellung Monteverdi im Verkehrshaus der Schweiz in Luzern

Direkt daneben und ebenfalls vor dem riesigen Portrait von Peter Monteverdi befindet sich sein erstes Auto: Den Monteverdi Special hatte er im zarten Alter von 17 Jahren aus einem Unfallfahrzeug gebaut, mit selbst konstruiertem Chassis und Karosserie.

Monteverdis erstes Auto: der Monteverdi Special

Weiter folgen ein Palm Beach Cabriolet, das High Speed 375 C Cabriolet und der Prototyp des High Speed 375 S, das erste «richtige» Monteverdi-Modell, das Peter Monteverdi im Jahr 1967 an der IAA in Frankfurt erstmals der Welt präsentierte und mit dem seine Karriere als Hersteller von Luxus-Sportwagen und -SUV begann. Alle drei Fahrzeuge stehen vor einer vertrauten grünen Wand: Die grüne Farbe ist eine Hommage an das frühere Monteverdi-Museum mit seinen ebenfalls grünen Wänden.

Monteverdi Palm Beach, High Speed 375 C und der 375 S Protoyp (v.r.n.l.)

Gegenüber den fünf Fahrzeugen steht der berühmte Hai 450 SS neben seinem Holz-Modell (zum Mass nehmen beim Blech-Bearbeiten) und einem Chassis. Er kann von allen Seiten bestaunt werden. Schade, dass seine Serienproduktion nie zustande kam.

Monteverdi Hai 450 SS

Monteverdi Hai 450 SS

Weiter hinten im Raum stehen ausserdem ein Monteverdi Safari und ein wunderschöner blauer High Speed 375 L (Paul Bergers Lieblings-Monteverdi) inmitten weiterer Schweizer Fahrzeuge.

Monteverdi Safari

Monteverdi High Speed 375 L

Die neueröffnete Halle Strassenverkehr

Erstmals stehen in der neueröffneten Halle Strassenverkehr nun auch Motorräder – nach Farbe sortiert. Auch ein modernes Dreirad-E-Bike der Post ist hier zu finden. Dieses kann nicht nur betrachtet, sondern gleich ausprobiert werden. Zumindest virtuell mit dem Pöstler-Simulator.

Rote Motorräder in der neuen Halle Strassenverkehr im Verkehrshaus Luzern

Leider existiert die Schweizer Auto-Industrie heute nur noch im Versteckten. So sind Schweizer Unternehmen wichtige Zulieferer der Auto-Industrie geworden und produzieren zum Beispiel Kabel für die durchschnittlich 2-4 Kilometer (!) an Kabeln, die in jedem heutigen Auto verbaut sind. Der Kabelroboter der Firma KOMAX wurde fürs Verkehrshaus umprogrammiert und stellt hier Kabelarmbänder für die Besucher her, die als Souvenir mitgenommen werden dürfen.

Im Erdgeschoss hat die bfu Beratungsstelle für Unfallverhütung den beliebten Crash Test neu gestaltet und eine magische Spiegelwelt «See You» geschaffen, die vom bfu-Engel Frankie Slow Down eröffnet wird. Von dem halte ich genügend Abstand.

Eröffnungsfeier

Martin Bütikofer, der Direktor des Verkehrshaus der Schweiz, begrüsst die Autofreunde an der Eröffnungsfeier im Filmtheater. Er findet, dass Monteverdi nicht in ein Museum gehört, aber das Verkehrshaus ist ja auch bewusst KEIN Museum. Es ist lebendig und soll inspirieren – genauso wie Monteverdi.

Martin Bütikofer, Direktor Verkehrshaus der Schweiz

Nach ihm spricht Jürg Röthlisberger, Direktor des Bundesamts für Strassen ASTRA. Für ihn ist Autofahren immer auch Emotion. Und Monteverdis Autos sind Emotion pur!

Jürg Röthlisberger, Direktor Bundesamt für Strassen ASTRA

Danach stellt Brigitte Buhmann, Direktorin der bfu Beratungsstelle für Unfallverhütung, die neue magische Spiegelwelt vor. Sie fordert alle Verkehrsteilnehmer zum Nachdenken auf mit den Fragen «Sind Sie gut unterwegs?», «Reflektieren Sie?» und «Sind Sie SICHER?»

Brigitte Buhmann, Direktorin bfu-Beratungsstelle für Unfallverhütung

Matjias Meyer, CEO KOMAX Group, ist als Vertreter der Zulieferer-Industrie hier: «Die Kabel sind das Nervensystem des Fahrzeugs. Es überträgt, was das Auto sieht, riecht oder hört.»

Matjias Meyer, CEO KOMAX Group

Dann tritt Paul Berger ans Rednerpult: «Die Geschichte von Monteverdi endet hier nicht, sondern setzt sich hier fort.» Er freut sich enorm, dass Monteverdi im Verkehrshaus in Luzern eine neue Heimat gefunden hat.

Paul Berger, Stiftung Peter Monteverdi Automobilbau

Alle sind Gewinner

Nach den Ansprachen geht’s nach draussen vor die Halle. Hier stehen weitere Monteverdis, mit denen die Mitglieder des Monteverdi-Club zur Feier des Tages nach Luzern gefahren sind.

Monteverdis vor der neueröffneten Halle Strassenverkehr im Verkehrshaus Luzern

Monteverdis vor der neueröffneten Halle Strassenverkehr im Verkehrshaus Luzern

Monteverdis vor der neueröffneten Halle Strassenverkehr im Verkehrshaus Luzern

Auf dem Boden ist eine kleine Rennstrecke zum Haupteingang der Halle Strassenverkehr aufgemalt. Hier müssen sich gleich alle Beteiligten aufstellen und erhalten ein zu ihnen passendes Nachzieh-Holzauto. Formel 1-Rennstallbesitzer Peter Sauber gibt das Startsignal, während Miss Schweiz Lauriane Sallin und bfu-Engel Frankie Slow Down ein wachsames Auge auf die Wettkämpfer werfen. Alle sollen nebeneinander die Ziellinie zur Halle überqueren, denn schliesslich sind alle Gewinner. Das Verkehrshaus und die Stadt Luzern sind um eine Attraktion reicher und Monteverdi und die Schweizer Autoindustrie erhalten die Aufmerksamkeit, die ihnen gebührt.

Paul Berger, Miss Schweiz Lauriane Sallin und bfu-Engel Frankie Slow Down

Eröffnungszeremonie vor der Halle Strassenverkehr im Verkehrshaus der Schweiz in Luzern

Paul Berger war immer sehr stolz darauf, dass alle Monteverdis im Monteverdi-Museum fahrbereit sind und auch immer mal wieder auf die Strasse kommen. Hoffentlich hat er mit dem Verkehrshaus vereinbart, dass er auch hier immer mal wieder vorbeikommen und fahren darf.

Monteverdi Formel 1-Wagen in der Eingangshalle des Verkehrshaus der Schweiz in Luzern

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Monteverdi – die fast vergessene Schweizer Autobauer-Ikone https://petrolhead.ch/autos-marken/automarken/monteverdi-die-fast-vergessene-schweizer-autobauer-ikone/?utm_source=rss&utm_medium=rss&utm_campaign=monteverdi-die-fast-vergessene-schweizer-autobauer-ikone https://petrolhead.ch/autos-marken/automarken/monteverdi-die-fast-vergessene-schweizer-autobauer-ikone/#comments Mon, 25 May 2015 16:50:52 +0000 http://petrolhead.ch/?p=385 [Weiterlesen]]]> Die von Peter Monteverdi seit 1967 in Binningen/BL gebauten Sportwagen, Limousinen und Geländewagen zeichnen sich durch markante Doppelscheinwerfer, überhängende Motorhauben, grosse Motoren und scharf gezeichnete Linien aus. Sie sind auch heute noch wunderschön anzuschauen. Fans hoffen auf ein Comeback der Schweizer Automarke zum 50-Jahr-Jubiläum im Jahr 2017.

Peter Monteverdi

Peter Monteverdi wurde vor gut 80 Jahren in eine Auto-Welt hinein geboren. Sein Vater besass eine kleine Auto- und Lastwagen-Werkstatt in Binningen im Kanton Basel-Landschaft und es war nicht verwunderlich, dass die Freude an Autos auf Peter übersprang. Nach der Schule und einem Praktikum in der Schweizer Traktorenfabrik Vevey begann er eine Automechaniker-Lehre bei der Lastwagenfirma Saurer in Arbon. Und baute mit 17 Jahren sein erstes Auto, den Monteverdi Special, aus einem Unfallfahrzeug, mit selbstgebautem Chassis und Karosserie.

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Als Peter 22 Jahre alt ist, stirbt sein Vater. Er übernimmt die Werkstatt und spezialisiert sich auf Sportwagen – mit grossem Erfolg. Die Werkstatt wird zur offiziellen Vertretung für Ferrari, Lancia, Bentley, Jensen und weitere Marken. Parallel dazu fährt Peter Monteverdi Rennen und beginnt mit der Konstruktion und dem Bau von Rennwagen; zuerst für die Formel Junior und später auch für die Formel 1. Unter der Bezeichnung „MBM Automobile“ (Monteverdi Binningen Motors; das zweite M stand zuerst für die Motorenlieferanten Mantzel bzw. Mitter) entstanden rund 20 Rennwagen. Nach einem Unfall im Formel-1-Wagen gab er das Rennfahren auf. Aber tüftelte weiter an eigenen Autos.

High Speed 375

Nachdem Peter Monteverdi nach einem Streit mit Enzo Ferrari die Ferrari-Vertretung verloren hatte, beschloss er, eigene Autos herzustellen. Im Herbst 1967 stellte „Automobile Monteverdi“ sich und den „High Speed 375“ vor – und stiess auf grosses Interesse. Das zeitlos schöne Sportcoupé wurde während den nächsten neun Jahren in verschiedenen Varianten verkauft. Es besteht aus einem von Peter Monteverdi entworfenen Chassis mit einem Kastenrahmen aus Vierkantrohren, einem Chrysler-Achtzylinder-Motor mit 375 PS Leistung (daher der Name) und einer eleganten italienischen Karosserie. Diese wurde zuerst von Frua und später von Fissore in Italien gebaut und auf das nach Italien spedierte Chassis mit Motor montiert.

Das zweisitzige Coupé 375 S wurde bald um eine verlängerte Version 375 L mit vier Sitzplätzen (2+2-Coupé), ein Cabrio 375 C und eine viertürige Limousine 375/4 ergänzt. Auch der Monteverdi Berlinetta und die Cabrio-Version Palm Beach gehören zur High Speed-Reihe.

Monteverdi High Speed 375 L
Monteverdi High Speed 375 L

Monteverdi High Speed 375/4
Monteverdi High Speed 375/4

Monteverdi Berlinetta
Monteverdi Berlinetta

Monteverdi Palm Beach
Monteverdi Palm Beach

Hai 450

Der aufsehenerregende Hai 450 – ein Oberklasse-Sportwagen mit Klappscheinwerfern – wurde 1970 präsentiert. Es erwies sich jedoch nicht als serienreif. Der grosse Mittelmotor passte nicht wirklich in das kleine Auto. Er musste weit oben eingebaut werden, was zu einem zu hohen Schwerpunkt führte, und ragte weit in den Fahrgastraum hinein. Daneben war die gebückte Sitzposition sehr unbequem.

Der überarbeitete Hai 450 GTS mit einem um 50 cm verlängerten Radstand hatte diese Probleme überwunden. Der Hai diente eher als Blickfang und zur Erhöhung des Bekanntheitsgrads der Marke Monteverdi. Mit kleinen Umbauten und Umlackierungen sollte eine leider nicht zustande gekommene Serienproduktion vorgetäuscht werden. Es blieb beim Original, einem verkauften Exemplar und je einem Nachbau (Werksreplik) der Modelle SS und GTS.

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Monteverdi Hai 450 SS Werksreplik mit verlängertem Radstand

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Monteverdi Hai 450 GTS

Die Geländewagen Safari und Sahara

Zur Zeit der Ölkrise sank die Nachfrage nach den durstigen Sportwagen. Monteverdi stellte seine Produktion um, um ab 1976 luxuriös ausgestattete Geländewagen herzustellen. Dabei setzte er auf das Chassis und die Antriebstechnik eines bereits existierenden Serienwagens, des International Scout II. Dank dieser Vorgehensweise konnten die Entwicklungskosten tief gehalten und die Alltagstauglichkeit sichergestellt werden. Dabei entstanden der weniger erfolgreiche Sahara mit der beinahe unveränderten Karosserie des Scout und der Safari mit einem eigenen Design. Der Safari entwickelte sich zum erfolgreichsten Monteverdi-Modell mit einer Produktionszahl im vierstelligen Bereich und vielen Verkäufen in den Nahen und Mittleren Osten.

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Monteverdi Safari

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Monteverdi Sahara

Daneben entwickelte und baute Monteverdi eine viertürige Version des Range Rover, die für weitere Einnahmen durch Lizenzzahlungen sorgte, auch als Range Rover die Produktion selbst übernahm.

Sierra und Tiara

Die High Speed-Reihe wurde 1977 vom Monteverdi Sierra und später vom Monteverdi Tiara abgelöst. Sie waren kleiner und leichter als der High Speed. Wie bereits die Geländewagen basierten auch sie auf fremden Serienfahrzeugen; Basisfahrzeug des Sierra war eine Limousine der Chrysler F-Plattform, dasjenige des Tiara ein Mercedes-Benz S-Klasse. Diese wurden mit einer neuen Front- und Heckpartie (praktisch identisch beim Sierra und Tiara) und einer luxuriösen Innenausstattung wie Klimaanlage, Fernseher oder Diktiergerät versehen, ansonsten entsprachen die Fahrzeuge aber vollständig dem Basisfahrzeug.

Vom Sierra wurden höchstens 50 Exemplare hergestellt, vom Tiara lediglich eine Handvoll. Ihre Produktion wurde endgültig eingestellt, als die Spenderfahrzeuge nicht mehr verfügbar waren. Monteverdi verkaufte den Namen „Sierra“ an Ford, was sich als Glücksgriff erwies: Er soll dafür fünf Franken für jeden hergestellten Ford Sierra erhalten haben – schlussendlich also über 13 Millionen Franken.

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Monteverdi Tiara

Das Monteverdi-Museum in Binnigen

Nach dem Tiara stellte Monteverdi die Fahrzeugproduktion ein. Die vielen Vorschriften in den verschiedenen Ländern wie Abgasnormen oder Crash-Tests standen der Produktion von Kleinserien immer mehr entgegen. Das Werk in Binningen mit seiner grossen Tiefgarage wurde zum Museum umgebaut, das 1985 als Monteverdi Car Collection eröffnete. Neben Monteverdi-Fahrzeugen stellte Peter Monteverdi hier während rund zehn Jahren auch Sportwagen aus seiner Autosammlung aus – ich kann mich noch gut an all die wunderschönen Ferraris, Lamborghinis und weiteren Autos erinnern, die mittlerweile verkauft sind.

Das Museum wird heute noch liebevoll von Peter Monteverdis langjährigem Lebensgefährten Paul Berger betrieben, der mit seinem Wissen der einzelnen Fahrzeuge begeistert. Das Museum ist nur noch für Gruppen nach Voranmeldung geöffnet. Ein Besuch lohnt sich auf jeden Fall.

Update: Leider ist das Monteverdi Museum seit Anfang Dezember 2016 geschlossen. Einige der Fahrzeuge werden ab Mitte April 2017 im Verkehrshaus Luzern zu sehen sein.

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Hai 650 F1

Im Jahr 1990 startete Peter Monteverdi einen weiteren Ausflug in die Formel 1: Zusammen mit einem Unternehmer kaufte er das Formel-1-Team Onyx. Es gelang ihnen jedoch kaum, Sponsoren zu finden und gute Resultate zu erzielen. Der Fahrer – der Sohn des Unternehmers – erreichte das Ziel nur zwei Mal auf den Rängen 12 und 15. Nach zehn Rennen trat Monteverdi-Onyx aus finanziellen Gründen nicht mehr an.

Immerhin konnte Peter Monteverdi von seinen neuen Erfahrungen in der Formel 1 profitieren und baute darauf aufbauend und mit vielen Komponenten aus dem Formel-1-Boliden nochmals einen Sportwagen: Der Hai 650 F1 ist ein indirekter Nachfolger des Hai 450. Er präsentierte ihn 1992 am Autosalon Genf, wo ich ihn noch selbst gesehen hatte. Der zweisitzige Supersportwagen mit einem Achtzylinder-Motor von Cosworth mit 650 PS beschleunigt in 8 Sekunden von 0-200 km/h und weiter bis zu einer Höchstgeschwindigkeit von 335 km/h. Mit diesem ultimativen Supersportwagen wollte Peter Monteverdi wieder als Autobauer Fuss fassen.

Das Fahrzeug war in Europa nicht für den Strassenverkehr zugelassen. Gebaut wurden zwei rote Exemplare sowie ein blau-violettes Ausstellungsmodell ohne Motor.

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Ein Comeback 2017?

1998 stirbt Peter Monteverdi mit nur 64 Jahren an Krebs. Seither hält Paul Berger die Erinnerungen an ihn aufrecht und trotz fehlender Unterstützung des Kantons das Museum in Schuss – und vielleicht sogar bald eine Überraschung bereit! Glaubt man den Gerüchten, tüftelt er an einem neuen Auto, das zum 50-Jahr-Jubiläum der Automarke Monteverdi 2017 am Autosalon in Genf vorgestellt werden soll. Ich bin gespannt und hoffe, dass das stimmt!

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