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Nach einer Corona-bedingten Zwangspause konnte der Schönheitswettbewerb für Automobile, der «ACS Concours d’Excellence International», am 9. und 10 September 2022 erneut stattfinden. Nach einer Stadtrundfahrt durch die Stadt Luzern mit verschiedenen Stationen trafen die rund 50 Fahrzeuge wieder im Verkehrshaus ein. Hier wurden sie von einer Fachjury bewertet – und vom Publikum im Verkehrshaus. Gerade die Kleinen haben daran grosse Freude und und nehmen ihre Aufgabe ernst: Ein Kind hat schon die Autotüre geöffnet, als sein Vater es gerade noch davon abhalten kann, in den gelben DeTomaso Pantera einzusteigen.

Die Fahrzeuge sind ein buntes Sammelsurium der Automobilgeschichte. Dazu gehört genauso ein Rolls-Royce 40/50 HP Silver Ghost von 1922 wie ein Hundert Jahre jüngerer Aston Martin Valkyrie mit Jahrgang 2022. Sie nehmen in verschiedenen Kategorien am Wettbewerb teil.
Kategorie A: Offene Automobile 1920-1945
Der Gewinner steht gleich neben dem Tisch mit den Preisen: Der Bugatti Type 50 Roadster aus dem Jahr 1931 ist die sportliche Version des Type 46. Sein Acht-Zylinder-Motor mit fünf Litern Hubraum leistet 225 PS. Nur ungefähr 65 Fahrzeuge wurden davon gebaut, was das Auto sehr selten macht. Dieses Exemplar gehört der Pearl Collection in Baar, die daneben auch zwei Bugatti Chiron angemeldet hat. Der Chiron wurde bekanntlich nach dem Rennfahrer Louis Chiron benannt, der für Bugatti auch mit dem Type 50 Roadster Rennen fuhr (mit einem auf 275 PS leistungsgesteigerten Motor).


Kategorie B: Offene Automobile 1946-1965
Der Preis geht an den Porsche 356 aus dem Jahr 1949. Der 356 ist das erste Serienmodell von Porsche, und das hier das Urmodell mit der zweigeteilten Windschutzscheibe aus Sekuritglas mit Mittelsteg. Interessant ist die durchgehende Sitzbank für Fahrer und Beifahrer – Einzelsitze waren damals nur auf Wunsch lieferbar – und das weisse Lenkrad aus Bakelit. Das Auto hat übrigens noch keine Benzinstandanzeige. Der muss mit einem Holzstab mit Kerben gemessen werden, der in den Tank gehalten wird. Der Vier-Zylinder-Motor leistet je nach Ausführung zwischen 40 und 70 PS.

Kategorie C: Offene Automobile ab 1966
Die Jury vergibt den Preis an den weissen Alvis Graber TF 21 von 1968. Inmitten der anderen Autos wird er leicht übersehen, obwohl es sich dabei um ein ganz spezielles Fahrzeug handelt. Alvis war ein britischer Luxusauto-Hersteller, der 1967 von Rover übernommen wurde. Der TF 21 war sein letztes Modell. Hier ausgestellt ist aber nicht etwa das Serienmodell, sondern eine von der Carrosserie Graber überarbeite Sonderkarosserie. Hermann Graber in Wichtrach im Kanton Bern hatte sich auf Alvis-Fahrzeuge spezialisiert, und versah sie mit eigenen Karosserien, die meist einen sportlicheren Eindruck machten als das Serienmodell.

Kategorie D: Geschlossene Automobile 1920-1945
Der grüne Fiat 1500 B aus dem Jahr 1938 konnte sich mit seinem Sieg in dieser Kategorie unter anderem gegen einen Rolls Royce und einen La Salle durchsetzen. Das Modell gehörte zu den ersten Automobilen, die in einem Windkanal getestet wurden. Besonders speziell ist das Auto aber wegen seiner Karosserie von Touring, von der nicht einmal ein Dutzend Exemplare hergestellt wurden.


Kategorie E: Geschlossene Automobile 1946-1965
Auch in dieser Kategorie gewinnt eine Graber-Version eines Alvis, dieses Mal eines TD 21 aus dem Jahr 1961. Besonders gut zu sehen sind die sehr dünnen C-Säulen.


Kategorie F: Geschlossene Automobile ab 1966
Der Monteverdi High Speed 375L mit seinen gestreckten Linien und den eckigen Front- und Heckpartien ist und bleibt ein elegantes, zeitloses Auto, das Präsenz markiert. «Me chunt und me isch en» mit diesem Auto, sagte mir Paul Berger vor ein paar Jahren in einem Gespräch am Auto-Salon in Genf. Der Lebensgefährte von Peter Monteverdi und heutiger Inhaber von Monteverdi konnte sich mit seinem Lieblings-Coupé in dieser Kategorie nicht nur gegen verschiedene andere schöne Autos, sondern auch gegen zwei weitere Monteverdi 375 durchsetzen. Der ebenfalls wunderschöne gelbe 375 S Berlinetta gehört Ruedi Wenger, dem ehemaligen langjährigen Präsident des Monteverdi-Clubs.





Kategorie G: ACS Sport- und Rennwagen 1920-1945
Das französische Maschinenbauunternehmen Salmson hatte sich bereits 1896 auf den Bau von Automobil- und Flugzeugmotoren spezialisiert. Sein für den Rennsport entworfenes Modell AL Grand Sport mit seinem 1-Liter-Vierzylindermotor mit rund 40 PS war extrem erfolgreich. Zwischen 1921 und 1928 erzielte Salmson damit mehr als 500 Siege und 10 Weltrekorde in verschiedenen Disziplinen. Die Grand Sport Spécial (GSS) Version, die in dieser Kategorie der frühen Sport- und Rennwagen gewinnt, hat gegenüber der «normalen» Rennversion ein Viergang-Getriebe. Die Karosserie wurde von den Carrosserie Wenger in Basel hergestellt. Das hier teilnehmende Modell gehörte rund 50 Jahre lang Ruedi Wenger (dem oben erwähnten ehemaligen langjährigen Präsident des Monteverdi Clubs), bevor es 2013 verkauft wurde. Es kann üblicherweise im Automuseum Pantheon Basel bewundert werden.





Kategorie H: ACS Sport- und Rennwagen 1946-1972
Es gelingt dem kleinen Abarth 750 GT Corsa tatsächlich, die starke Konkurrenz zu überholen und auf den ersten Platz zu fahren. Mit seiner leichten Zagato-Karosserie und dem Double-Bubble-Dach ist das Auto ein ganz seltenes Exemplar. Der Name 750 bezieht sich auf den Hubraum, der bloss 0.75 Liter klein ist (grösser als der ursprüngliche 0.6-Liter-Motor von Fiat), aber Erstaunliches leistet. Er ermöglichte dem Abarth einen Dreifachsieg in seiner Klasse im Mille-Miglia-Rennen von 1957.



Kategorie I: ACS Sport- und Rennwagen ab 1973
Plötzlich wird es ganz modern: Der Bugatti Chiron Sport «110 ans» von 2019 siegt in der Kategorie der modernen Sport- und Rennwagen. Sein 16-Zylinder-Motor hat mehr als 10x so viel Hubraum wie der Abarth aus der vorherigen Kategorie. Nur 20 Exemplare wurden in dieser Sonderedition zum 110-Jahre-Jubiläum von Bugatti hergestellt, in einer mattblauen Lackerung mit dem Namen «Steel Blue» und der französischen Trikolore auf den Rückspiegeln und an weiteren Orten – auch auf der Unterseite des beweglichen Heckspoilers, was hier aber nicht gut zu sehen ist (deshalb noch ein Foto vom Auto-Salon Genf 2019). Beide Chirons gehören der Pearl Collection in Baar.






Kategorie J: ASTAG Reisecars
Obwohl ich den elektrischen Omnibus von Tribelhorn aus dem Jahr 1912 interessanter fand, konnte er wohl nicht gewinnen: Er gehört dem Verkehrshaus. So geht der Kategorien-Sieg der Reisecars an den Twin Coach Hercules 38-S-DT mit Jahrgang 1948 der Verkehrsbetriebe der Stadt Luzern.

Kategorie Z: Artcars
Als einziger Teilnehmer in dieser Kategorie gewinnt der Schweizer Künstler Dominik Lipp mit seinem selbst bemalten Porsche F.S.T 986 Art Car.


Entrants Trophy Luzern 2022
In dieser Kategorie konnten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer am ACS Concous d’Excellence International einem Fahrzeug (nicht dem eigenen) ihre Stimme geben. Am meisten Stimmen in dieser ganz besonderen Kategorie, sozusagen der Sympathie-Preis der ganzen Veranstaltung, hat erneut der Monteverdi High Speed 375L von Paul Berger erhalten.


Excellence Award Luzern 2022
Auch die Besucherinnen und Besucher im Verkehrshaus durften ihre Stimme abgeben. Ihre Wahl fällt auf den Rolls-Royce 40/50 HP Silver Ghost Piccadilly Roadster aus dem Jahr 1922, der also vor 100 Jahren gebaut wurde. Der Sechs-Zylinder-Reihenmotor mit seinem enormen Hubraum von 7,4 Litern leistet 75 PS. Die Picadilly-Karosserie war eine der schnittigsten und begehrtesten der Zeit und der Inbegriff von Eleganz. Der Roadster verfügt über nur zwei Sitze und einen «Schwiegermuttersitz», eine dünn gepolsterte provisorische Sitzbank, die hinter dem Klappverdeck angeordnet ist. Und einen externen Kofferraum, der tatsächlich aus einem grossen Koffer bestand. Selbstverständlich thront auch hier die für Rolls-Royce typische Figur «Spirit of Ecstasy» auf dem Kühlergrill, wobei sie hier nach links gedreht ist.



Grand Prix d’Excellence Luzern 202
Aus den Siegern der verschiedenen Kategorien bestimmt die Jury einen Gesamtsieger: den Bugatti Type 50 Roadster, Gewinner der Kategorie A.

Weitere spannende Fahrzeuge
Am ACS Concours d’Excellence International haben aber noch viele weitere interessante Fahrzeuge teilgenommen. Zu diesen gehört auf jeden Fall der MBM Sport Sp-100, bei dem es trotz Peter Monteverdis anderweitigen Plänen für eine Rennwagen-Serie bei diesem Einzelstück blieb. Mehr über das spannende Auto mit zwei Getrieben ist im grossartigen «Zwischengas»-Artikel zu lesen.






Auch ohne den grossen Heckflügel gefällt mir der DeTomaso Pantera GTS ausgesprochen gut. Der gelbe Sportwagen mit argentinischen Wurzeln wurde vor genau 50 Jahren gebaut.


Neben dem DeTomaso Pantera parkte ein Opel Manta B GT/E, den ich auf der Teilnehmerliste nicht wiederfinden kann. Mit seiner Zweifarben-Lackierung mit Streifenaufkleber, dem Heckscheibengitter, der Kunststoff-Heckabrisskante und dem stilechten Fuchsschwanz am Rückspiegel lässt dieser Manta die 80er-Jahre voll aufleben!



Das neueste Fahrzeug vor Ort ist der Aston Martin Valkyrie. Der Supersportwagen mit Hybrid-Antrieb wurde erst dieses Jahr gebaut und gehört einer Luxusauto-Firma, die ebenfalls erst dieses Jahr gegründet wurde.




Das Verkehrshaus bot eine passende Kulisse für diesen Schönheitswettbewerb der Automobilwelt. Der ACS Automobil Club der Schweiz hat sich grosse Mühe gegeben, nicht nur die Teilnehmenden zu involvieren, sondern mit dem Malwettbewerb für Kinder und die Bewertung durchs Publikum auch die Besucherinnen und Besucher im Verkehrshaus.

Vielen Fahrzeugen hat man erst auf den zweiten Blick angesehen oder beim Recherchieren herausgefunden, wieso sie zur Elite der Autowelt gehören. Hier hätte ich mir zusätzliche Informationen für interessierte Personen gewünscht. Genauso exzellent fand ich nämlich den Lotus Esprit der ersten Generation, der am Bahnhof Luzern plötzlich hinter uns war, den Lamborghini Huracán, der vor dem Verkehrshaus durchgefahren ist, oder den Morgan Threewheeler, den wir auf dem Nachhauseweg gekreuzt haben.
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]]>1. Bugatti «La Voiture Noire»

«Das schwarze Auto» ist der neueste Wurf von Bugatti, und nicht nur wunderschön und unmöglich zu fotografieren, sondern mit 11 Millionen Euro auch der teuerste Neuwagen der Welt. Bugatti hat sich den 1’500-PS-Boliden mit sechs Auspuffen zu seinem 110-Jahre-Jubiläum geleistet.

Inspiriert wurde «Das schwarze Auto» vom Bugatti Sondermodell Type 57 SC Atlantic, das zuerst Jean Bugatti, dem älteste Sohn des Firmengründers Ettore Bugatti, gehörte und von ihm so genannt wurde. Nachdem es im Zweiten Weltkrieg bei der Besetzung Frankreichs beschlagnahmt und Gerüchten zufolge in einem Zug nach Deutschland gebracht werden sollte, ist sein heutiger Verbleib unbekannt.

Auch der zukünftige Verbleib dieses Meisterstücks des Automobilbaus ist nicht bestätigt. Gerüchten zufolge hat Ferdinand Piëch, der langjährige VW-Chef und Enkel von Porsche-Gründer Ferdinand Porsche, das Einzelstück erstanden.

Auch ein wunderschöner Bugatti Divo ist am Bugatti-Stand ausgestellt. Die matte Farbe mit den hellblauen Elementen – inklusive hellblauer Radzierringe – ist einfach umwerfend.

Ebenfalls am Auto-Salon Genf 2019 gezeigt wird das Sondermodell des Bugatti Chiron, der Bugatti Chiron Sport mit Farben der französischen Flagge unter dem Heckspoiler, von dem zum 110-Jahre-Jubiläum von Bugatti 20 Fahrzeuge gebaut werden.

In meinen Augen sind das die schönsten Fahrzeuge das diesjährigen Auto-Salons.
2. Pininfarina Battista

Der Pininfarina Battista ist nach dem Firmengründer Battista Farina benannt. Vom 1’903 PS starken Elektro-Hypcercar mit einer Batterie von Rimac sollen ab dem kommenden Jahr insgesamt 150 Exemplare hergestellt werden. Es wird das stärkste Automobil sein, das je in Italien gebaut wurde.

Am Auto-Salon stehen gleich zwei Battistas in den oberen Hallen 1 und 2, einer am Stand von Pininfarina (Stand Nr. 1241) und einer am Stand von Automobili Pininfarina (Stand Nr. 2146).



Wir kennen Pininfarina als Design-Schmiede vieler Autohersteller. Pininfarina verdanken wir viele schöne italienische Sportwagen wie beispielsweise den Ferrari Daytona, Ferrari 308 GTB und GTS, Ferrari California oder den Maseratti Quattroporte, aber auch Alltagsautos wie den Peugeot 406 Coupé, Alfa Romeo Spider oder Ford StreetKa. Aber auch SBB-Lokomotiven oder das Zürcher Cobra-Tram wurden von Pininfarina designt.
3. Sbarro Renner

Es ist absolut unglaublich, was die Schüler der Espera Sbarro Schule für Autodesign und Autokonstruktion in nur 60 Tagen auf die Beine – oder eher die Räder – gestellt haben. In dieser Zeit haben sie gemeinsam das Auto entworfen, ein Tonmodell hergestellt, ein Chassis aus Stahlrohren hergestellt, einen Subaru STI-Motor mit 300 PS eingebaut sowie die Karosserie und den Innenraum gebaut und das Auto lackiert. Eine unglaubliche Leistung.

Der Sbarro Renner entspricht ihrer gemeinsamen Vision eines Rennwagens, der für die Strasse zugelassen ist. Inspiriert wurde er vom Porsche 904. Der Renner ist ein fahrbares Einzelstück, das im Besitz der Schule verbleibt.

Auf den Stand von Sbarro am Auto-Salon Genf freue ich mich jedes Jahr am meisten. Hier zeigt der Schweizer Autodesigner Franco Sbarro seine neuen Kreationen, die häufig zu den wildesten des ganzen Salons gehören. Und auch seine Schüler präsentieren ihre Werke. Dabei handelt es sich jeweils um das vor dem Auto-Salon gebaute Modell sowie um das letztjährige Modell, das nach dem Auto-Salon entstand.

Die Espera Sbarro Schule gehört zur Technischen Universität Montbéliard in Frankreich. Ich habe im 2017 einen Blick hinter die Kulissen der Schule geworfen und einen Blogbeitrag darüber verfasst. Der nächste Tag der offenen Türe findet am 6. April 2019 statt. Weitere Informationen gibt es auf der Facebook-Seite der Espera-Sbarro-Schule.
4. Peugeot E-Legend Concept

Mit dem E-Legend Concept Car will Peugeot die Langeweile aus der Zukunft nehmen. Sein Elektromotor leistet 462 PS und soll das Auto in unter 4 Sekunden auf 100 km/h beschleunigen.

Das E-Legend-Konzept wurde dem ikonischen Peugeot 504 Coupé nachempfunden, das übrigens auch von Pininfarina designt wurde. Es ist Peugeots Studie eines autonomen Fahrzeugs der Zukunft.

Mit solchen Aussichten sieht die Zukunft rosig aus. Denn das Concept Car ist extrem gut gelungen. Schaut Euch nur all die raffinierten Lichter an!

Das E-Legend Concept greift übrigens das Peugeot-Logo wieder auf, das von 1960 bis 1964 im Einsatz war und damit noch aus der Zeit vor dem Peugeot 504 Coupé stammt (von 1969 bis 1983 produziert). Nicht ganz stilecht.

Im minimalistischen, futuristischen Innenraum fällt vor allem der grosse Bildschirm im Fussraum auf. Mit seinen 1,25 Metern Diagonale kann der viel mehr als nur die nächste Abzweigung anzeigen.

Mir persönlich gefällt auch die hellblaue Innenausstattung. :-)
5. Ferrari F8 Tributo

Der F8 Tributo ist das neueste Modell von Ferrari und Nachfolger des Ferrari 488. Er lehnt sich denn auch vom Design her stark an seinen Vorgänger an, mit einer überarbeiteten Front- und Heckpartie.

Im Gegensatz zu den vielen Elektro-Sportwagen setzt Ferrari weiterhin auf einen Verbrennungsmotor. Eingebaut ist der aus dem 488 bekannte V8-Biturbo-Motor mit 720 PS, der den Ferrari in 2,9 Sekunden auf 100 km/h beschleunigt.
Die Rückseite des F8 Tributo erinnert mich stark an den Ferrari SP38 Deborah, ein auf Kundenwunsch produziertes Einzelstück, das letztes Jahr an der Grand Basel 2018 (weit nach unten scrollen) ausgestellt wurde.

Den Tribut in seinem Namen zollt der F8 übrigens dem Ferrari 3,9-Liter-V8-Biturbo-Motor, der in den Jahren 2016, 2017 und 2018 die «International Engine of the Year»-Auszeichnung als Motor des Jahres erhielt.
6. Piëch Mark Zero

Mit dem Piëch Mark Zero stellen die in Zürich lebenden Toni Piëch und Rea Stark Rajcic ihre neue Deutsch-Schweizer Automarke Piëch vor. Der Name ist Autofans bekannt; Ferdinand Piëch, Toni Piëchs Vater, stand viele Jahre an der Spitze von VW, von 1993 bis 2002 als Vorstandsvorsitzender und danach bis 2015 als Aufsichtsratsvorsitzender. Toni ist zudem Urenkel von Porsche-Gründer Ferdinand Porsche.

Das Design des Piëch Mark Zero ist eine moderne Interpretation von klassischen, puristischen Sportwagen und wirkt zeitlos und modern. Der ovale Frontgrill beispielsweise wurde vom Ferrari 250 GTO, dem Jaguar E-Type oder dem Shelby Cobra inspiriert.

Der Mark Zero wird von drei Elektromotoren mit einer Gesamtleistung von über 600 PS angetrieben. Der Elektrosportler beschleunigt in 3,2 Sekunden von Null auf 100 km/h und erreicht eine Höchstgeschwindigkeit von 250 km/h. Dank einer neuartigen Batterie-Technik einer Partnerfirma aus China sollen die Akkus in nur 4:40 Minuten zu 80% aufgeladen werden können.

Der Piëch Mark Zero soll in drei Jahren marktreif und zum Preis von zwischen 150’000 und 170’000 Euro erhältlich sein.

Mehr über das Auto ist im separaten Blogbeitrag über den Piëch Mark Zero zu finden.
7. Cupra Formentor

Seit Anfang 2018 erscheinen die Sportversionen von Seat unter der eigenständigen Marke «Cupra». Doch Cupra will mehr sein als nur ein Seat-Ableger. Am Auto-Salon 2019 präsentiert Cupra das seriennahe Konzept-Fahrzeug Formentor.

Das nach einer Halbinsel im Osten von Mallorca benannte SUV-Coupé lehnt sich an den Seat Tarraco an, zumindest bei den Lichtern und dem Kühlergrill. Die Lichter-Partie erinnert mich sehr an den Maserati Levante. Gegen hinten wird der Formentor aber schnittiger – wie ein richtiges Coupé halt – und endet in einer sehr markanten Heckpartie mit markanten Rücklichtern und Kanten.
Das Serienmodell mit Hybrid-Antrieb soll 2020 auf den Markt kommen und wird vermutlich auch als abgeschwächte Seat-Version erscheinen.
8. Alfa Romeo Tonale

Auch Alfa Romeo enthüllt mit seinem Tonale ein sportliches 2+2-Sitzer SUV-Coupé, das hoffentlich nicht nur ein Konzept bleibt. Auch er ist als Plug-in-Hybrid konzipiert.

Speziell sind vor allem die Lichter, denen die Fotos nicht ganz gerecht werden. Das Auto mit den Dreifachscheinwerfern erinnert mich stark an den von Zagato designten Alfa SZ, oder auch den späteren Alfa Romeo Brera und den Spider. Ich finde ihn auf jeden Fall stimmiger als den Stelvio.

Das Auto ist nach dem Tonalepass in den Alpen zwischen Italien und der Schweiz benannt. Sein Name wirkt für mich ein wenig unglücklich, da er sich sehr ähnlich anhört wie «Zehennagel» auf Englisch.
9. Koenigsegg Jesko

Am Auto-Salon Genf 2019 enthüllt Christian von Koenigsegg seinen neuen Hypercar. Und hält eine Überraschung für seinen 80-jährigen Vater bereit, der bei der Premiere mit dabei ist. Denn er hat das Auto nach ihm benannt, und das sogar mithilfe einer falschen Pressemitteilung geheim gehalten. Auch wenn Jesko von Koenigsegg als leidenschaftlicher Reiter eigentlich 1 PS den weit über 1’000 PS seiner Hypercars bevorzugt, wie Christian betont. Jesko von Koenigsegg hatte seinen Sohn schon immer unterstützt und vor allem auch, als er als 22-Jähriger seine Superwagen-Firma gegründet hatte.

1’578 PS sind es übrigens beim Koenigsegg Jesko, wenn der mit E85 Ethanol betankt wird, ansonsten 1’280 PS mit normalem Benzin. Diese werden vom 5,0-Liter-V8-Biturbo-Motor produziert, der bereits im Agera im Einsatz war. Eine neu entwickelte Kurbelwelle hilft beim Jesko, noch ein paar Pferdestärken mehr aus dem Motor herauszuholen.

Ebenfalls komplett neu entwickelt wurde das 9-Gang-Getriebe. Das funktioniert ähnlich wie bei einem Fahrrad, das vorne und hinten eine Gangschaltung hat. Mit dieser doppelten 3-Gang-Schaltung kann mehr oder weniger frei zwischen verschiedenen Gängen hin- und hergeschaltet werden. «Light Speed Gearbox» und «Ultimate Power on Demand» nennt Christian von Koenigsegg die Technik, mit der er als Erster die 300 mph-Grenze (483 km/h) durchbrechen will. Dabei erzeugt der riesige Heckspoiler über 1’700 kg Anpressdruck, um das Auto am Boden zu halten – also mehr als das Gewicht des Jeskos.

Wie beim Agera lässt sich übrigens auch hier das Targa-Dach entfernen… aber nicht im Vorderteil des Hypercars verstauen und damit nicht mitnehmen. «Da gibt es nur eins: Schnell nach Hause fahren, wenn es zu regnen beginnt», witzelt Christian von Koenigsegg bei der Enthüllung.
10. VW ID. Buggy

Gut 50 Jahre nach dem Aufkommen der ersten Strandbuggys auf VW-Käfer-Basis plant Volkswagen eine Neuauflage! Zwar handelt es sich beim ID. Buggy erst um eine Studie, doch schon 2022 soll eine Serienversion des Auto tatsächlich vom Band rollen.

Der neue Buggy fährt rein elektrisch. Der hinten verbaute Elektromotor liefert 204 PS, mit denen er die Hinterachse antreibt. Die 62-kWh-Batterie sorgt für eine Reichweite von immerhin 250 km. Der ID. Buggy soll auch Werbung machen für den Modularen Elektrifizierungsbaukasten (MEB), auf dem das Auto basiert. Denn dieser kann als Grundlage für weitere Fahrzeuge und Kleinserien eingesetzt werden, und das nicht nur von VW. Ähnlich wie schon bei den Strandbuggys können die darauf aufgebauten Autos unter der eigenen Marke verkauft werden.

Beim grünen Buggy fallen nicht nur seine Froschaugen auf, sondern auch, dass es weder Türen, Fenster noch ein Dach gibt. Lediglich ein Sonnen-/Regensegel soll zwischen Überrollbügel und Frontscheibe gespannt werden können.
VW hat uns schon einige Studien mit dem Versprechen gezeigt, damit eine Serienproduktion zu starten. Ob es dieses Mal stimmt, bleibt abzuwarten. Das MEB-System hat auf jeden Fall viel Potenzial.
One more thing: Peugeot 208 II

Neben dem E-Legend Concept präsentiert Peugeot am Auto-Salon Genf 2019 auch seinen neuen Peugeot 208 II. Dieser übernimmt die neue Marken-Optik, die Peugeot mit dem 508 II vor einem Jahr vorgestellt hat. Besonders auffällig sind die Lichter mit der 3-Krallen-Optik (nicht mehr nur hinten, sondern hier auch vorne) und natürlich mit der markanten Fangzahn-Lichtsignatur, die weit nach unten in die Frontschürze ragt. Hinten verbindet eine breite schwarze Zierleiste die Rücklichter.

Bei der GT-Line liefert der Benzinmotor 130 PS. Das reicht bei weitem noch nicht, um mit den schnellen Hot Hatches anderer Automarken mitzuhalten. Ab 2020 wird auch eine rein elektrische Version des 208 erhältlich sein, der e-208.

Endlich gefallen mir Peugeots wieder! Und dieser neue 208 erinnert mich sehr an mein erstes Auto, einen Peugeot 205 GTI. Viele seiner Design-Elemente werden hier wieder aufgegriffen, darunter die Zierleiste zwischen den Rücklichtern oder der Schriftzug der Modellvariante auf der C-Säule. Etwas unverständlich sind mir die schwarz lackierten Radläufe. Und ich hätte den 208 gerne auch als Dreitürer gesehen, nicht nur als Fünftürer. Und natürlich einen stärkeren Motor. Aber auch so hat der Peugeot 208 II das Zeug dazu, an den Erfolg seiner Vorgängermodelle anzuknüpfen.

Nur mit seiner Namensgebung bleibt Peugeot weiterhin in der Sackgasse stecken. Es ist tragisch, dass sich die Franzosen nicht frühzeitig neue Modellnamen überlegt haben. Neue Modelle können nicht bis in alle Ewigkeit -08 heissen (neue Modelle -09 zu nennen, hat sich Peugeot mit dem 309 im Jahr 1985 verbaut).
Zweites Wochenende
Der Auto-Salon Genf 2019 ist noch bis und mit Sonntag 17. März 2019 geöffnet. Alle Informationen sind zu finden unter www.gims.swiss.
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Wie können die das wohl finanzieren? Dass in der «Grand Basel» enorm viel Geld steckt, sieht man sofort. Zum Beispiel am hochprofessionell produzierten Werbevideo mit dem Schauspieler Idris Elba, der extrem umfangreichen Webseite oder der Werbung, die überall zu sehen ist. Im Gegensatz zum Auto-Salon in Genf stellen hier aber nicht die Autofirmen aus, sondern Händler und Sammler. So stehen einige der Fahrzeuge auch zum Verkauf – Preis auf Anfrage.
Eingerahmt und ausgeleuchtet
Links oder rechts? Diese Frage stellt sich sofort, als wir mit der Rolltreppe im Obergeschoss eintreffen. Auf beiden Seiten der «Site of Excellence» mit dem Konstruktionsmodell eines Alfa Romeo Oldtimers buhlen Autos in allen Farben um die Gunst der Besucher. Alle stehen sie in einer Art dreidimensionalen Bilderrahmen und sind perfekt ausgeleuchtet. Mit dem Kontrast zur dunklen Halle kommen die Autos so grossartig zur Geltung. Die Lampen sind clever angeordnet, so dass sie sich beim Fotografieren kaum im Blech oder auf den Scheiben spiegeln.




In der «Galerie Nord» gehen wir durch die einzelnen Strassen (mit Mittelstreifen) und freuen uns über das Sammelsurium an speziellen Autos. Hier finden wir nicht nur seltene Porsches, Bugattis, Ferraris (darunter auch eine Einzelstück-Sonderanfertigung) und weitere Luxusmarken, sondern auch die Europa-Premiere des imposanten neuen Tesla Roadsters, eine vom italienischen Rennfahrer Eugenio Amos gebaute Neuauflage des Lancia Delta Integrale als «Futurista», zwei Fiat-Sondermodelle des ehemaligen Fiat-Präsidenten, und viele weitere Besonderheiten jeden Alters.














In der «Galerie Süd» bewundern wir weitere Raritäten der Automobilgeschichte, darunter auch einen von nur drei gebauten Monteverdi hai 450 GTS des Schweizer Automobilherstellers Peter Monteverdi und einen schwarzen De Tomaso Pantera, der mir so gut gefällt.






Rund um das «Auge», die runde Aussparung, die das Markenzeichen der neuen Messehallen darstellt, befinden sich Stände von Veredlern, Kunstgalerien, Inneneinrichtungen und ein Stand von Sprüngli mit einem Schoggibrunnen, an dem Erdbeeren und Mango-Stücke mit Schokolade probiert werden dürfen. Nicht verpassen!

Hinter dem «Auge» geht es weiter mit interessanten Fahrzeugen. Hier sticht der Lincoln Continental von 1963 in einem pinken Rahmen, einem übergrossen Haifischzahn und der Aufschrift «Die Picasso sind da» hervor. Die Rahmen mit den Autos sind hier auch nicht mehr in geraden Linien aufgereiht, sondern wild durcheinander. Diese unterschiedliche Anordnung erinnert mich an eine gewachsene Altstadt und geplante Erweiterungen einer Stadt, wie sie auf vielen Stadtplänen im In- und Ausland erscheint.



Besondere Augenweiden
Eigentlich sind alle an der «Grand Basel» präsentierten Fahrzeuge wirklich sehenswert. Besonders aufgefallen sind mir diese hier (in alphabetischer Reihenfolge):
Amos Lancia Delta Integrale Futurista
Der italienische Rennfahrer Eugenio Amos hat den Lancia Delta Integrale als «Futurista» neu aufgelegt.






Bugatti Chiron
Sein 16-Zylinder-Motor mit vier Turboladern entwickelt 1’500 PS und beschleunigt den Chiron auf über 400 km/h.





De Tomaso Pantera
Der De Tomaso Pantera ist und bleibt einer der aufregendsten Sportwagen der 70er-, 80er- und 90er-Jahre.



Ferrari SP38 Deborah
Ferrari baute dieses Unikat im Jahr 2018 auf Kundenwunsch auf der Basis eines Ferrari 488 GTB.




Fiat-Sondermodelle von Fiat-Chef Gianni Agnelli
Der ehemalige Fiat-Chef Gianni Agnelli wünschte sich ein luftiges Auto, das er auf seiner Yacht transportieren konnte. So entstand der Fiat 500 Jolly.

Gianni Agnelli liess sich für sommerliche Fahrten zwischen Villa und Strand den Fiat 500 Spiaggia Boano bauen – und einen zweiten für Aristoteles Onassis.

Lamborghini Countach LP400
In seiner ersten, reinen Form fallen die riesige, flache Windschutzscheibe und die ungewöhnliche Form der hinteren Kotflügel des Lamborghini Countach besonders gut auf.



Monteverdi hai 450 GTS
Die Schweizer Automarke Monteverdi hatte ihren Sitz nur gerade 4 Kilometer vom Messeplatz in Basel entfernt in Binningen im Kanton Basel-Landschaft. Hier befand sich bis Ende 2016 auch das Monteverdi-Museum. Heute können Monteverdi im Verkehrshaus Luzern bewundert werden.




Tesla Roadster
Der Tesla Roadster feiert an der «Grand Basel» Europapremière. Der voraussichtlich ab 2020 produzierte elektrische Supersportwagen beschleunigt in 2.1 Sekunden von 0 auf 100 km/h – kein anderes Auto ist schneller.




Ab nach Basel!
Die «Grand Basel» ist noch bis am Sonntag, 9. September 2018, geöffnet. Tickets können online oder vor Ort gekauft werden. Tageskarten kosten online 45 Franken, ermässigte Tickets für Kinder, Studenten und Rentner 40 Franken. Das Erlebnis ist die stolzen Preise wert.
Neben den Tageskarten sind auch Abendkarten für 23 bzw. 20 Franken erhältlich, mit denen man Einlass ab 16.30 Uhr hat. Die eineinhalb Stunden sind aber sehr knapp, um genügend Zeit für alle Autos zu haben.

Die Messe ist jeweils von 11.00 bis 18.00 Uhr geöffnet. Weitere Informationen sind auf der Webseite der «Grand Basel» zu finden: www.grandbasel.com/basel
Permalink zu diesem Beitrag: http://ptrl.ch/grandbasel2018
]]>Dies ist eine Berichterstattung über den Auto-Salon Genf 2016 in vier Teilen: Drittes Kapitel: Supersportwagen.
Bugatti Chiron
Der Veyron ist tot, es lebe der Chiron! Der neue Bugatti Supersportwagen, der am Auto-Salon seine Weltpremiere feiert, schlägt denn auch alle Rekorde. Die 16 Zylinder mit vier Turboladern produzieren 50% mehr Leistung als noch im ersten Veyron mit 1’001 PS – unglaubliche 1’500 PS sind es insgesamt. Sie beschleunigen den Chiron in unter 2,5 Sekunden von 0 auf 100 km/h und dann immer weiter bis zur elektronisch abgeregelten Höchstgeschwindigkeit von sagenhaften 420 Stundenkilometern. Bei Vollgas verbraucht der Chiron ebenfalls sagenhafte 119 Liter auf 100 Kilometer und leert den 100 Liter-Tank in acht Minuten. Anders als andere Supersportwagen setzt er rein auf Benzin – einen Hybrid-Antrieb hat Bugatti nicht nötig. Der hätte nur das Gewicht unnötig erhöht.

Das Auto ist weder nach dem Zentauren und Halbbruder von Zeus noch dem Asteroiden benannt, sondern nach dem Rennfahrer Louis Chiron (1899-1979), der unter anderem mit einem Bugatti Siege erzielte. Die Produktion ist auf 500 Exemplare beschränkt, die je 2,4 Millionen Euro kosten. 120 sind bereits verkauft, an Leute, die „durchschnittlich 64 Autos, 3 Jets, 3 Helikoper und eine Yacht besitzen“.

Im Gegensatz zum eleganten Erscheinungsbild des Veyron erscheint der Chiron brachial und rabiat mit seinen kräftiger gezogenen Linien und den acht Lichtern vorne. Durch sie gelangt Luft zur Kühlung zu den Bremsen der Vorderräder. Fürs Abblendlicht leuchten die Umrisse der abgerundeten Vierecke stärker. An der Seite fällt vor allem die „Bugatti-Linie“ auf, der weit geschwungene Bogen, der den gesamten Türbereich umfasst und gleichzeitig Luft zu den insgesamt zehn Kühlern führt.

Mir gefällt der Chiron nicht – zumindest nicht von der Seite. Es ist genau diese Bugatti-Linie und der eingefasste, zusammengedrückte Türbereich, der mich stört. Die Linie trennt das Auto entzwei; ein Eindruck, der vom Zweifarben-Look noch unterstützt wird. Ausserdem sieht der dunkelblaue Lack mit seinen Einschlüssen von nahem aus, als sei das Auto staubig.
Koenigsegg Regera
Nachdem der schwedische Autohersteller Koenigsegg am letztjährigen Auto-Salon Genf den Regera als Studie vorgestellt und erste Bestellungen entgegennehmen konnte, ist das Modell nun serienreif. Gründer und Firmenchef Christian von Koenigsegg war persönlich anwesend, um den Regera zu enthüllen und ihn mit viel Begeisterung den anwesenden Journalisten vorzustellen.

Von den geplanten 80 Exemplaren zu je 1,9 Millionen US-Dollar ist die Hälfte bereits verkauft. Sowieso kann Koenigsegg auf das erfolgreichste Jahr seiner Firmengeschichte zurückblicken. Koenigsegg-Sportwagen waren bisher vor allem schnell. Mit dem Regera werden sie nun auch wirklich luxuriös. Und wandelbar. Das Targa-Dach ist abnehmbar und lässt sich in der Fahrzeugfront verstauen. Diese, die Scherentüren und das Heck öffnen sich elektrisch. Auch das Fahrwerk und vieles mehr lässt sich elektrisch verstellen. Koenigsegg nennt das einen „fully robotized car“.

Doch das ist noch nicht alles an Elektrik. Nicht ein, nicht zwei sondern gleich drei Elektromotoren unterstützen den Benzin-V8-Motor mit Doppelturbolader. Alle zusammen produzieren eine Leistung von 1’520 PS – ein wenig mehr als der Bugatti Chiron. Die beiden schenken sich denn auch nichts. Während der Chiron bei der Beschleunigung bis 100 km/h die Nase vorne hat, ist der Regera bis 200 und 300 km/h schneller. Trotz seiner tieferen Höchstgeschwindigkeit von 410 km/h ist es fraglich, ob der Chiron den Vorsprung des Regera wieder aufholen könnte, bevor ihm das Benzin ausgeht.

Neben diesen Werten beeindruckt auch das Getriebe: Es hat nur einen einzigen Gang. Das Direct Drive System ist eine Eigenentwicklung und absolut faszinierend: Im Geschwindigkeitsbereich von 0 bis rund 50 km/h wird das Auto alleine von den Elektromotoren beschleunigt. Je mehr die Geschwindigkeit zunimmt, desto mehr schliesst sich die hydraulische Kupplung des Benzinmotors zum Antriebsstrang.

Der Verzicht auf ein klassisches Getriebe mit Gängen mit unterschiedlicher Übersetzung spart Gewicht. Ausserdem geht beim Schalten jeweils Energie und Vortrieb verloren – das passiert hier nicht.

Lamborghini Centenario
Lamborghinis haben mich schon immer viel mehr fasziniert als Ferraris. Vermutlich, weil sie immer radikaler und ziemlich kompromisslos daherkamen. Nach den eher brav aussehenden Lamborghinis unter Audi-Führung folgt hier das erste Modell, das auf der Liste eines tollen Lamborghinis wieder alle Kreuzchen vorweisen kann. Die Luftein- und -auslässe vor und hinter den Türen sind riesig, passen aber wunderbar ins Gesamtbild des Autos. Im Gegensatz zum Huracán öffnen sie auch wieder nach oben. Schade, dass nur insgesamt 40 Exemplare davon produziert werden (20 Coupés und 20 Cabrios, je 1,75 Mio. Euro), die bereits alle ausverkauft sind. Hoffentlich sehen auch zukünftige Lamborghinis so aus!

McLaren 570GT
Der McLaren 570 ist nicht neu. Neu ist hingegen der zusätzliche Stauraum (220 Liter) über dem Motor, der den neuen 570GT zum „luxuriösesten Modell“ von McLaren macht. Beladen kann man das Gepäck über die seitlich öffnende Heckscheibe. Hier hat es tatsächlich Platz für eine kleine bis mittelgrosse Reisetasche und irgendetwas Flaches. Dadurch wird dann aber auch gleich die Sicht nach hinten deutlich eingeschränkt. Ist man sportlich unterwegs, muss das Gepäckstück kräftig festgezurrt werden. Sonst saust es beim starken Bremsen plötzlich auf Kopfhöhe von hinten durch die Windschutzscheibe.

Im Gegensatz zu anderen Supersportwagen ist der McLaren 570GT bewusst auf Alltagstauglichkeit ausgelegt und eignet sich problemlos für die tägliche Fahrt ins Büro. Es gibt ihn bereits ab günstigen knapp 200’000 Euro.
Kahn Vengeance
Kahn Design aus Grossbritannien ist erst seit ein paar Jahren am Auto-Salon Genf präsent. Der Auto-Veredler verleiht Land Rover und Range Rover seine spezielle Note, indem er sie mit seinen eigenen Felgen (mit diesen startete Gründer Afzal Kahn seine Karriere), Front- und Heckschürzen versieht und die Sitze aufwändig und extrem ansprechend neu bezieht. Aufgefallen ist mir Kahn Design erst am Auto-Salon 2015, an dem er alle Blicke auf seine Vulkan-mattgrauen Range Rover und den dreiachsigen Land Rover Defender-Umbau mit verlängerter Schnauze zog.
Dieses Jahr enthüllt Afzal Kahn am Auto-Salon Genf sein selbst entwickeltes Auto, den Vengeance, mit dem er sich seinen seit zehn Jahren gehegten Traum erfüllt. Der Vengeance baut auf einem Aston Martin DB9-Chassis auf, dem er dann auch ziemlich ähnlich sieht. Zusammen mit seinem Design-Team hat Afzal Kahn jedoch die gesamte Karosserie neu gestaltet, die dann in Handarbeit hergestellt wurde.

Gerade mal fünf Vengeances sollen produziert werden. Ob sie bereits verkauft sind und wohin sie gehen, darüber ist leider nichts bekannt. Das in Genf präsentierte Modell ist zumindest linksgesteuert, wird also nicht in Grossbritannien bleiben.

Am Vengeance fallen die langen Wölbungen der Kotflügel auf, die dem Auto eine schön geschwungene Form geben. Die Felgen in Roulette-Rad-Optik stammen von Kahn selbst, und auch die runden Rücklichter sind im selben Design gehalten. Vorne ist der verchromte Kühlergrill mit seinen dicken Zähnen ein Blickfang. Ich frage mich aber schon lange, wo hier das Nummernschild Platz haben wird, ohne ein grosses Stück der Front zu verdecken. Wahrscheinlich ging dieser doch wichtige Punkt bei der Gestaltung des Autos einfach vergessen.

Leider hat die Enthüllung enttäuscht. Während bei Koenigsegg pure Begeisterung zu spüren war, bestand die mit grosser Verspätung gestartete Pressekonferenz am Kahn-Stand aus ein paar Worten eines Mitarbeiters und dem wortlosen Wegziehen der Decke durch Afzal Kahn. Danach betrachtete er ziemlich desinteressiert seine Kreation (Foto: Kahn betrachtet Kahn) und trank gemütlich einen Kaffee, anstatt für Fotos oder sogar ein kleines Interview zur Verfügung zu stehen. Schade! Gerade hier hatte ich mir mehr erhofft – auch aufgrund des ansonsten geringen Interesses der Presse.

Zu den übrigen Teilen dieser Berichterstattung über den Auto-Salon 2016:
Permalink zu diesem Beitrag: http://ptrl.ch/gims16c
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