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Nächstes Jahr muss ich mehr Zeit einplanen. Das ist meine Erkenntnis der diesjährigen SEMS. Denn nach den zwei Probefahrten blieb mir fast nicht mehr genug Zeit, die übrigen Elektroautos zu erkunden.
Porsche Taycan 4S Cross Turismo
An die für einen Porsche eher ungewohnten Proportionen der Sportkombi-Ausführung «Turismo» muss man sich erst mal gewöhnen. Sie sorgt aber für ausreichend Kopffreiheit auch auf den Rücksitzen und einen beachtlichen Kofferraum. Die Cross-Version, die ich gefahren bin, ist leicht erhöht für eine bessere Geländegängigkeit. Zum richtigen Offroader wird der Sportwagen damit aber trotz Fahr-Modus für unbefestigte Strassen nicht. Muss er auch nicht. Dafür fährt er auf normalen Strassen und Autobahnen richtig toll. Im Innenraum hört es sich beim Fahren fast ein wenig nach Verbrennungsmotor an. Die Beschleunigung ist schon mit den 571 PS mehr als zügig. In 4,1 Sekunden erreicht man laut Herstellerangaben aus dem Stand 100 km/h, bei der Top-Version mit 761 PS schon in 2,8 Sekunden. Aber nur, wenn Launch Control aktiviert ist.



Dass es Porsche gerne kompliziert mag, zeigt sich auch in der Bedienung: Zuerst muss das Auto eingeschaltet werden, mit einem Knopf wie bei einem Computer links vom Lenkrad. Dann muss ein kleines Hebelchen auf der anderen Lenkrad-Seite für die Vorwärts- oder Rückwärtsfahrt umgelegt werden. Wer’s sportlich mag, kann dann noch am Rädchen am Lenkrad drehen, bis der gewünschte Fahrmodus gefunden ist. Am Ende der Fahrt drückt man den Park-Knopf und schaltet das Auto dann wieder aus. Will man das Auto aufladen, öffnet und schliesst sich die Lade-Klappe Sensor-gesteuert. Das ist extrem elegant gelöst. Dieser Funktion könnte ich stundenlang zuschauen.
Das Auto scheint mir ein Kompromiss zu sein. Die hinteren Sitzplätze und der Kofferraum sind zwar da, aber nicht so richtig. Die Beinfreiheit fehlt und ich frage mich, ob es nicht besser nur als Zweiplätzer oder zumindest mit nur zwei Türen konzipiert worden wäre. Eine längere vordere Türe wäre angenehmer zum Ein- und Aussteigen. Sitzt man erstmal auf dem Fahrersitz, fühlt sich das Wildleder-Lenkrad grossartig an. Aber es ist eher klein und dick und verhindert einen guten Blick auf die Instrumente, die relativ nahe dahinter auf einem Bildschirm angezeigt werden. Es gibt weitere Einstell-Möglichkeiten im Überfluss, was den Innenraum unübersichtlich und überladen macht. Irritieren tut mich auch die Uhr, die in der Mitte des Armaturenbretts hervorsteht. Sie zeigt Stunden und Minuten digital an, hat aber einen analogen Sekundenzeiger, der sich einmal pro Minute rundherum dreht.
Peugeot e-208 GT
Den elektrischen Peugeot 208 II wollte ich schon lange mal fahren. Es greift so viele Gestaltungs- und Zierelemente des 205 GTI wieder auf wie keiner seiner Vorgänger, und erinnert mich damit stark an mein erstes eigenes Auto. Mir gefällt das übersichtliche Cockpit mit sauber abgetrenntem Instrumenten-Bildschirm, einem zum Fahrersitz geneigten Zusatzbildschirm und eine Art Klavier mit sieben Kippschaltern, obwohl die eher willkürlich mit Funktionen belegt sind und die Klimaanlage und Scheibenheizungen steuern. Mit dem Schalt-Stummel in der Mittelkonsole lässt sich zwischen Vorwärts- und Rückwärtsfahren umschalten. Ein weiteres Mal ziehen aktiviert eine stärkere Verzögerung und damit mehr Rekuperieren beim Loslassen des Fahrpedals.
Ja, aber selbst bei voll durchgedrücktem Fahrpedal kommt das Auto kaum vom Fleck. Der Elektromotor leistet lediglich 136 PS, was für ein Leergewicht von gut 1,5 Tonnen einfach zu wenig ist. Mein 205 GTI mit Jahrgang 1990 hatte besser beschleunigt als dieses Auto. Was mir jedoch gefällt, ist die sehr direkte Lenkung, die schon auf kleinste Lenkbewegungen stark – vielleicht fast zu stark – reagiert.




Überrascht bin ich von der fast komplett fehlenden Beinfreiheit auf dem Rücksitz. Für längere Fahrten wäre mir das zu unbequem. Auch die Getriebe-Wulst, die bei einem Elektrofahrzeug eigentlich unnötig ist, nimmt Passagieren im Fond Platz weg. Sie zeigt, dass das Auto immer noch primär als Verbrenner konzipiert wurde. Davon verabschieden sich die Herstellerfirmen hoffentlich bald.
Ein breites Angebot
Erst nach diesen Probefahrten habe ich mich auf dem Ausstellungsgelände weiter umgeschaut. Und bin in möglichst viele Autos gesessen, auch hinten, und habe in den Kofferraum geschaut. Der Hyundai Ionic 5 ist wesentlich grösser, als er auf Bildern wirkt, hat hinten und im Kofferraum aber sträflich wenig Platz.


Das Design des neuen Nissan Ariya erinnert mich stark an den bisherigen Qashquai. Beide sind im Innenraum erfreulich aufgeräumt und geräumig.


Mehr Stauraum bietet der Skoda Enyaq, den ich auch mal noch probefahren möchte. Aber auch dieser Kofferraum wirkt, als stünde nicht mal die Hälfte des eigentlich vorhandenen Platzes zur Verfügung.


VW hat mittlerweile ein grosses Angebot an ID-Fahrzeugen. Der ID.2 in Polo-Grösse folgt nächstes Jahr, der Kleinbus ID.Buzz soll ab 2024 ausgeliefert werden.



Tesla fehlte leider erneut an der SEMS. Sie hätten ihre Teilnahme nur unter der Bedingung zugesagt, dass sie nicht die üblichen 300 Franken pro Auto bezahlen müssen, sondern gratis kommen dürfen. Was die Veranstalter verständlicherweise abgelehnt haben. Diese Haltung von Tesla ist bedauerlich. Sie verhindert, dass sich die interessierten Personen ein wirklich umfassendes Bild des aktuellen Angebots an Elektroautos machen können.
Fazit
Auch dieses Jahr standen an der Seeland E-Mobilitäts Show über zwanzig Elektroautos verschiedener Hersteller sowie elektrische Motorräder für Probefahrten bereit. Ein Angebot, das rege genutzt wurde. Und das ist gut, denn erst die Probefahrt kann skeptische Personen von der Elektromobilität überzeugen. Mir gefällt bei Elektroautos, dass die Motorleistung – sofern denn genügend vorhanden ist – sofort zur Verfügung steht. Das Auto muss nicht zuerst eine gewisse Drehzahl aufbauen oder das Turbo-Loch überwinden, bevor etwas geschieht, sondern beschleunigt direkt beim Drücken des Pedals. Und natürlich, dass sie beim Fahren die Umwelt nicht mehr belasten.
Deshalb mein Aufruf an alle: Gebt den Elektroautos eine Chance. Je mehr Hersteller neue EVs auf den Markt bringen, desto mehr ist für jeden und jede das passende Fahrzeug mit dabei. Macht eine Probefahrt und informiert Euch über das Thema. Ich bin sicher, Ihr findet dabei das richtige Elektroauto für Euch.
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]]>Elektroautos sind entweder unpraktisch klein oder unerreichbar teuer. Dem Verein E-Mobilität Seeland ist es mehr als gelungen, dieses Vorurteil abzubauen. Denn viele Herstellerfirmen arbeiten mit Hochdruck daran, die Lücken zu schliessen. Fast alle waren am 28. August 2021 mit ihrem aktuellen Sortiment an vollelektrischen und Hybrid-Fahrzeugen in Lyss zu sehen.
Möglich gemacht haben das viele Garagisten aus der Region, natürlich in der Hoffnung, auch gleich das eine oder andere Auto zu verkaufen. Mindestens viele gute Gespräche sind daraus geworden. Denn diese Leute kennen die Autos genau und konnten alle Fragen dazu beantworten. Dass man daneben ungeniert in alle Autos hineinsitzen konnte, den Kofferraum und den Frunk (den vorderen Kofferraum) öffnen und dank der grossen Auswahl die einzelnen Autos ziemlich direkt miteinander vergleichen konnte, hat den besonderen Reiz der Veranstaltung ausgemacht.



Wem das noch nicht gereicht hat, der konnte fast alle Modelle auch gleich probefahren – vom kleinen Honda e bis hin zum Porsche Taycan. Ein ebenso einfaches wie geniales System mit Karten pro Auto und Probefahrzeit hat ein langes Anstehen verhindert. Und lange Warteschlangen hätte es sicher gegeben. Denn als ich mich Mitte Nachmittag erkundigt habe, wie das System funktioniert, waren die spannenden Autos schon ausgebucht.



Abgerundet wurde die Veranstaltung von Anbietern im Elektrizitätsbereich, die nicht nur die Ladeinfrastruktur installieren können, sondern mit einer Solaranlage den nötigen Strom dafür liefern könnten. Besonders spannend waren auch die beiden Unternehmen, die Oldtimer auf Elektroantrieb umbauen und sie so fit für die Zukunft machen. Mit dem elektrischen Käfer hätte ich gerne eine Runde gedreht.


Für meine Frau und mich steht fest: Unser nächstes Auto soll vollelektrisch sein. Der Ausflug nach Lyss hat uns dabei geholfen, einen noch besseren Überblick zu gewinnen und die Auswahl einzugrenzen. Dabei ist uns auch aufgefallen, dass Kombis noch fehlen. Und, dass es den alteingesessenen Herstellerfirmen schwerfällt, von ihren herkömmlichen Ideen wegzukommen. Ja, möglicherweise ist es vielen Käuferinnen und Käufern wichtig, im Innenraum ihre gewohnten Schalter und Knöpfe wiederzufinden. Wenn aber der Stauraum unter der grossen Fronthaube fehlt, obwohl sich dort kein Motor mehr befindet, wie zum Beispiel beim Skoda Enyaq, hat das Umdenken noch nicht stattgefunden.

Bestellt haben wir bisher noch nichts. Wir fahren noch ein paar Jahre unseren Benziner weiter und sind gespannt darauf, wie sich die Technik und das Angebot an Elektroautos in dieser Zeit weiterentwickelt. Eins wissen wir aber genau: Wir werden die Seeland E-Mobilitäts-Show auch nächstes Jahr besuchen. Mit den vielen Autos zum Anfassen und Ausprobieren ist sie besser als jeder Auto-Salon.



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Ich freue mich extrem, dass ich in meinem ersten Fahrbericht auf Petrolhead.ch ein reines Elektroauto vorstellen darf – also eins, das komplett ohne „Petrol“ auskommt. Elektroautos sind die Zukunft: Sie werden auch noch auf den Strassen unterwegs sein, wenn die nicht unbegrenzt vorhandenen fossilen Brennstoffe tatsächlich einmal aufgebraucht sind. Das Model S macht Hoffnung auf diese Zukunft. Es beweist, dass Elektroautos schön, schnell UND alltagstauglich sein können.
Schon der erste Blick auf den Tesla macht Lust auf mehr. Die sportlich-elegante Karosserie des Model S erinnert an einen Jaguar oder Maserati. Die geschwungenen Linien setzen sich im Innenraum fort. So sind beispielsweise die Türgriffe nur eine kurvige Ausbuchtung der Türverkleidung. Im Fahrersitz fühlt man sich sofort gut aufgehoben. Er ist anschmiegsam und bietet viel Seitenhalt. Sofort fällt der grosse Bildschirm (17 Zoll) zwischen Fahrer- und Beifahrersitz auf. Über ihn lässt sich alles steuern, zum Beispiel wie weit sich das grosse Dachfenster öffnen soll oder die Höhe der Luftfederung (gegen Aufpreis).

Tesla Supercharger
Dank einer SIM-Karte (Gebühren inklusive Roaming während vier Jahren inbegriffen) können Internetseiten und Google Maps aufgerufen werden, um Fahrstrecken zu planen (für die sichere Navigation ist ausserdem ein GPS-Modul vorhanden) und Staus erkennen und umfahren zu können. Wird die Akkuladung für die gesamte Strecke knapp, plant das Auto automatisch einen Zwischenhalt an einer Tesla Supercharger-Station ein.
Zurzeit gibt es in der Schweiz sieben dieser Schnelllade-Stationen in Beckenried (nähe Luzern), Egerkingen, Lully (Neuenburgersee), Maienfeld (nähe Chur), Martigny (Wallis), Monte Ceneri (Tessin), und St. Moritz. Eine weitere gibt es in Genf (jedoch gerade noch auf französischem Boden) und eine neue Station bei der Mühle Hunziken (nähe Bern) wurde soeben angekündigt. Hier wird die Batterie pro zehn Minuten Ladezeit ungefähr um 100 km aufgeladen. Die Aufladung an den Supercharger-Stationen ist kostenlos. Weltweit existieren bald 2’000 solcher Tankstellen mit durchschnittlich vier Anschlüssen.

Noch schneller wird das „Tanken“ mit den neuen Battery Swap Stationen gehen, von denen Ende 2014 in den USA die erste eröffnet wurde. In knapp drei Minuten wird das komplette Akku-Paket im Unterboden ausgetauscht, was ungefähr so viel wie eine herkömmliche Tankfüllung kosten wird. Auf Wunsch erhält man dann auf dem Rückweg der Reise wieder die eigene Batterie, in der Zwischenzeit wieder voll aufgeladen, eingebaut. Mit der 85 kWh-Batterie (das „85“ im Namen) können dann weitere 500 Kilometer gefahren werden.
Auf die inneren Werte kommt’s an!
Neben dem grossen Bildschirm ist der Innenraum sehr minimalistisch gehalten. Ausser einem zweiten Bildschirm hinter dem Lenkrad und den Lüftungsschlitzen gibt es gerade mal zwei Knöpfe am Armaturenbrett: einen für den Warnblinker und einen, um das Handschuhfach zu öffnen. Und es wird noch besser: Der Antriebsstrang ist nicht nur minimal, sondern fehlt dank des elektrischen Antriebs komplett. Vorne gibt’s an seiner Stelle ein grosses Ablagefach und hinten durchgehende Beinfreiheit.

Dafür hat der P85D sonstwo mehr: beim Motor. Der Allradantrieb dank Dual-Motor (das „D“ im Namen: ein Motor für die Vorderräder und einer für die Hinterräder) gehört mittlerweile zur Grundausstattung fast aller S-Modelle. Schon alleine der Frontmotor leistet mit 224 PS mehr als die meisten Benziner unter der Haube haben. Er steckt in der Nische des vorderen Stauraums, wobei aber nicht viel Platz verloren geht. Der auf Hochleistung gezüchtete Heckmotor ist mehr als doppelt so stark wie sein Kollege vorne. Die gemeinsame Kraft steht jederzeit zur Verfügung. Es ist nicht wie bei anderen nötig, das Auto zuerst darauf vorzubereiten, alle möglichen Knöpfe zu drücken und Einstellungen anzupassen, um einen Blitzstart hinzulegen. In 3,3 Sekunden von 0-100 km/h schaffen das sowieso nur wenige. Der P85D ist nicht nur das einzige Elektroauto, sondern auch die einzige viertürige Limousine, die so schnell beschleunigt.

(In diesem Tesla Model S gab es noch keinen Frontmotor, dafür eine Ablagenische mit Netz.)
Meine Probefahrt
Diese unglaubliche Beschleunigung möchte ich selbst erleben. Also natürlich nur bis zu den ausserorts erlaubten 80 km/h. Und da bleibt einem wirklich fast die Luft weg. Ich trete das Gaspedal (oder wie man bei Tesla lieber sagt: das Watt-Pedal) durch. Im gleichen Moment drückt es mich in den Sitz, während das Auto mit einem lauten elektrischen Summen wie aus der Pistole geschossen vorwärts schiesst. Das Ganze geschieht vollkommen mühelos und wie wenn es das Normalste der Welt wäre. Die Reifen quietschen nicht, das Auto zieht weder nach links noch nach rechts. Mir fällt sofort die Rock ’n‘ Roller Coaster Achterbahn im Disneyland Paris ein. Eine solche Beschleunigung habe ich bisher nur auf dieser erlebt. Im Tesla wäre es so weitergegangen bis zur elektronisch abgeriegelten Höchstgeschwindigkeit von 250 km/h, wenn ich den Fuss nicht wieder vom Gas genommen hätte.
Auch sonst fährt sich das Model S grossartig. Die Batterien im Unterboden sorgen für einen extrem tiefen Schwerpunkt. Dadurch liegt das Auto in Kurven wunderbar auf der Strasse. Auch Kreiseldurchfahrten und Kurven fühlen sich an wie im Sportwagen. Trotz seines Gewichts von über zwei Tonnen neigt sich der Tesla kein bisschen zur Seite und macht jedes Manöver mit, ohne auch nur einen Bruchteil seiner Eleganz zu verlieren. Er ist Usain Bolt im dunklen Anzug.
Das ist anders als beim Benziner
Beim Tesla gibt es zwei grundlegende Unterschiede zu herkömmlichen Autos – und beide sind grossartig:
1. Das direkte Ansprechen: Gebe ich Gas, gibt das Auto Gas. Es braucht kein Herunterschalten, um genügend Kraft fürs Beschleunigen zu erhalten. Die volle Leistung steht immer und völlig verzögerungsfrei zur Verfügung. Umgekehrt geht die Geschwindigkeit auch schnell zurück, wenn ich den Fuss vom Gas nehme. Dabei wird übrigens Energie zurückgewonnen. Wen das stört, kann einen tieferen Rekuperations-Modus auswählen, mit dem das Auto konventioneller ausläuft.
2. Das Gaspedal: Während bei den aktuellen Gangschaltungen mit sechs, sieben, acht oder neun Gängen die Drehzahl nach dem Hochschalten immer wieder tief ist und das Gas entsprechend weniger durchgedrückt werden muss, gibt’s im Tesla nur einen einzigen Vorwärtsgang. Das Auto fährt also wirklich schneller oder langsamer, je mehr oder weniger ich das Gaspedal durchdrücke. Eine besonders schnelle Fahrt verlangt ein besonders stark gedrücktes Pedal. Das ist ungewohnt anders.

Daneben sind beim Tesla die laufenden Kosten tiefer. Der Elektroantrieb ist wartungsfrei, so dass nur Reifen und Bremsen kontrolliert und bei Bedarf ersetzt werden müssen. In vielen Kantonen muss – zumindest während einer gewissen Zeit – keine Strassenverkehrsgebühr bezahlt werden und gewisse Motorfahrzeugversicherungen geben Rabatte. Und man muss nicht mehr fürs Benzin bezahlen. Fortschrittliche Arbeitgeber haben Ladestationen und zur Not kann der Tesla auch über eine normale Steckdose geladen werden. Der Kaufpreis von gut 100’000 Franken (das Basismodell kostet 73’100 Franken) rechnet sich also bald.
Die Zukunft kommt per Update
Regelmässige Updates sorgen für ständig neue Funktionen. Seit meiner ersten Fahrt in einem Tesla Model S wurden beispielsweise Führungslinien zur Rückfahrkamera hinzugefügt, so dass nun auch klar ist, wohin man genau rückwärts fährt. Mit den bereits jetzt rundum angebrachten Kameras ist autonomes Fahren völlig ohne Mensch am Steuer möglich… und kommt voraussichtlich mit dem übernächsten Update im Sommer/Herbst 2015. Zumindest, um zu Hause schon mal aus der Garage zu fahren und den Innenraum auf die bevorzugte Temperatur zu kühlen oder zu heizen, bis man den Kaffee getrunken hat und bereit ist für den Arbeitsweg.

Nach dem Model S kommt schon bald das Model X, eine Mischung aus SUV und Minivan, dessen hintere Türen sich nach oben öffnen. Danach folgt das Model 3, ein preisgünstigeres Auto in der Grösse des Audi A4 für die breite Bevölkerung.
Und Firmenchef Elon Musk plant noch mehr: Über Twitter hat er eine „bedeutende neue Produktelinie – kein Auto“ angekündigt (übrigens für Ende dieses Monats). Danach stieg der Aktienkurs von Tesla um 900 Millionen US-Dollar. Ich vermute mal, dass es sich um eine Superbatterie handelt, zum Beispiel für die Notstromversorgung kleinerer Unternehmen oder als Stromspeicher für Wohnhäuser, der entweder über Solarzellen oder den günstigen Nachtstrom aufgeladen wird.

Vielen Dank, Tesla, für die Probefahrt! Zur Webseite von Tesla: www.teslamotors.com/de_CH. Lest unbedingt auch die Antworten auf die vier häufigsten Fragen: Wie weit kann ich fahren? Wie lange dauert das Aufladen? Wie gehe ich auf grosse Fahrt? Wie viel kann ich sparen?
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