Warning: Undefined array key "HTTP_X_FORWARDED_PROTO" in /home/httpd/vhosts/petrolhead.ch/httpdocs/wp-config.php on line 82
Warning: Cannot modify header information - headers already sent by (output started at /home/httpd/vhosts/petrolhead.ch/httpdocs/wp-config.php:82) in /home/httpd/vhosts/petrolhead.ch/httpdocs/wp-includes/feed-rss2.php on line 8
Dies ist eine Berichterstattung über den Auto-Salon Genf 2016 in vier Teilen: Zweites Kapitel: Bezahlbare Autos.
SUV
Die „Geländewagen Light“ sind dieses Jahr allgegenwärtig – noch mehr als bisher schon. Der neue Seat Ateca ist der spanische Cousin des VW Tiguan. Er ist schön proportioniert und passt gut in die bisherige Modellpalette. Er ist bereits ab 21’750 Franken zu haben (zum Vergleich: der VW Tiguan kostet mindestens 38’050 Franken und damit fast doppelt so viel) und wird damit sicher eine grosse Zukunft haben.

Apropos VW Tiguan: Dieser wurde vor kurzem komplett überarbeitet und wurde dabei kantiger und eckiger, was insgesamt ein stimmigeres Erscheinungsbild ergibt. Für mich haben bisher die obere und untere Hälfte des Autos einfach nicht zusammengepasst. Nach dem Diesel-Abgasskandal gibt sich VW demütig. Am gleich grossen Stand stehen wesentlich weniger Autos als letztes Jahr, in den vorderen Reihen vor allem kleine Modelle und Nutzfahrzeuge. Der Tiguan versteckt sich hinter einer Wand und auch das sicher bald serienreife Hybrid-Konzept GTE (Bild) muss man ganz hinten im Stand suchen.

Der Jaguar- und Land Rover-Stand kommt gleich daher wie jedes Jahr, was nicht gerade einen innovativen Eindruck macht. Dieses Jahr fehlen die Defender, deren Produktion Anfang Jahr eingestellt wurden. Dicht an dicht gedrängt stehen der neue F-Pace, die SUV-Neuheit von Jaguar, und das Range Rover Evoque Cabriolet (Bild). Der Blick ins Innere verrät: Es ist ein typischer 2+2-Sitzer, bei dem auf dem Rücksitz höchstens Kinder oder das Handtäschli Platz haben. Der Kofferraum ist klein und das geschlossene Stoffverdeck macht einen langweiligen, sehr altmodischen Eindruck. Dies ist nun wirklich ein Auto, auf das die Welt nicht gewartet hat. Vor allem auch mit seinem Preisschild von 57’900 Franken an aufwärts.

Ford bringt seinen Edge (Bild) aus Amerika nach Europa. Dabei handelt es sich ebenfalls um einen SUV der Kompaktklasse, die zurzeit so beliebt ist. Mit seinem wuchtigen Kühlergrill ist er eine beeindruckende Erscheinung, die sicher seine Abnehmer finden wird. Gleichzeitig sind Ford-Modelle nun in der Variante „Vignale“ erhältlich, mit mehr Chrom, Ausstattung, Topmotorisierung und dem Kühlergrill mit Wabenstruktur.

Tesla Model X
Auch das als Europa-Premiere vorgestellte Tesla Model X ist ein SUV, oder nach Angaben von Tesla ein SUV-Minivan-Crossover. Das Model X zieht – wie schon bisher das Model S – die Besucher des Auto-Salons magisch an. Alle wollen die Falkentüren sehen, die den Zugang zur zweiten und dritten Sitzreihe freigeben. Die Türen öffnen sich zuerst nach oben und erst dann nach aussen, was sich besonders für enge Parklücken gut eignet. So steht die volle Türbreite zum Ein- und Aussteigen zur Verfügung, während unter der Türe auch Erwachsene stehen können, ohne sich den Kopf anzustossen.

Ich bin sehr skeptisch, ob Tesla damit an den Erfolg des Model S anknüpfen kann. In meinen Augen ist die Konstruktion zwar in der Theorie gut, ansonsten aber unpraktisch. Die Türen stehen in der Höhe doch weit heraus – ungeeignet fürs nahe Parkieren an einer Mauer. Wenn es regnet, ist der weit offene Innenraum schnell nass. Aufgrund der Schrägheck-Bauweise ist der Kofferraum klein, vor allem dann, wenn die dritte Sitzreihe benützt wird. So können zwar einige Personen, nicht aber deren Gepäck befördert werden.

Klar, wie auch beim Model S hat der X auch vorne Stauraum zu bieten. Gerade die lange Haube mit der ungewöhnlich grossflächigen, glatten Front ist es dann aber, die Fragen aufwirft. Da sich darin kein Motor verbirgt, ist sie – wie schon beim Model S und abgesehen von ihrer Funktion als Knautschzone – pure Dekoration. Das Auto hätte bei gleichen Dimensionen mit einer wesentlich grösseren Fahrgastzelle ausgestattet werden können, die, wie bei klassischen Minivans, viel weiter vorne hätte beginnen können. Das Model X will zu viel sein und geht dabei zu viele Kompromisse ein.
Fiat
Eine erfreuliche Neuerung bietet Fiat mit Modellnamen ausserhalb der Zahl 500. Nur für die Schweiz und Deutschland wird dabei der Name Tipo wieder zum Leben erweckt, in allen übrigen Ländern heisst er Aegea. Die ziemlich unaufgeregte viertürige Stufenheck-Limousine soll später auch mit Schrägheck und als Kombi angeboten werden.

Umso spannender gibt sich der Fiat 124 Spider und das Abarth-Pendant (Bild: die Rally-Version). Er basiert auf dem Mazda MX-5 und wird ebenfalls im Mazda-Werk in Japan hergestellt. Mit Turbolader liegen 170 PS Leistung drin, was das Auto zusammen mit dem Hinterradantrieb zum richtigen Spassmobil für Italiener-Fans macht.

Amerikaner
Amerikanische Autos haben in Europa eher einen schweren Stand – zumindest solche, die (noch) nicht zu den eingesessenen Marken gehören. Nach seinem letztjährigen Debut am Auto-Salon Genf ist beispielsweise Cadillac dieses Jahr nicht mehr angetreten.
Dafür ist Dodge umso mehr auf dem Vormarsch. Und zurecht! Der Dodge Durango Geländewagen mit seinem durchgehenden Rücklichtlinie, wie wir sie bereits vom Dodge Charger kennen, ist immer häufiger auf den Schweizer Strassen anzutreffen. Auch der Dodge Challenger (Bild) ist grossartig gelungen.

Der Retro-Muscle Car von Chevrolet hingegen ist bei der Weiterentwicklung seines Designs falsch abgebogen. Der neue Camaro sieht aus wie eine zu stark geliftete alte Dame.

Auch bei der Corvette (Bild) kommt den Autodesigners nichts spannendes mehr in den Sinn. Zugegeben, die Rückseite kann sich sehen lassen! Vorne fehlt hingegen immer mehr der Wow-Faktor.

Zu den übrigen Teilen dieser Berichterstattung über den Auto-Salon 2016:
Permalink zu diesem Beitrag: http://ptrl.ch/gims16b
]]>
Als kleiner Junge hat mich mein Vater zum ersten Mal an den Autosalon mitgenommen. Wir sind früh aufgestanden, da die Zugfahrt nach Genf dreieinhalb Stunden dauerte. Im Zug fuhren wir 1. Klasse und haben im Speisewagen Zmorgen gegessen. In Genf konnte ich es dann kaum erwarten, zum Eingang der Ausstellungshalle zu kommen. Und da waren sie: All die Bubenträume, auf Hochglanz poliert und mit tausenden Scheinwerfern beleuchtet. Ich durfte selbst Fotos schiessen – die mussten später noch entwickelt werden und haben einen Franken pro Stück gekostet. Von vielen Supersportwagen wurden Poster verteilt, von denen nicht wenige an meiner Kinderzimmerwand endeten.
Die Faszination von damals ist geblieben. Noch immer übertreffen sich die Autohersteller gegenseitig mit wuchtigen Auftritten, glänzendem Lack und faszinierenden Neuwagen. Heute fahre ich mit dem Auto nach Genf. Ich finde, dass sich das so gehört, um den Auto-Salon zu besuchen.
1. Lichter
Lichter sind dieses Jahr noch viel mehr von der Verzierung zum wichtigen Gestaltungselement aufgestiegen. Die schönsten Lichter – und überhaupt ein beeindruckendes Erscheinungsbild – hatte dieser Renault Sport R.S. 01.

2. Britisches Grün
Dunkelgrün ist die Lieblings-Autofarbe der Briten. Und die kommt in der Schweiz gut an. Die Design-Studie Exp 10 Speed 6 Concept von Bentley gehört zu den beliebtesten Foto-Sujets des diesjährigen Salons. Schade, dass hier die Licht-Ringe (siehe auch den vorherigen Punkt) gerade nicht leuchteten. Diese geben dem Bentley ein etwas unwirkliches, fast mystisches Erscheinungsbild.

3. Golf, 500 und Focus
Etwa die Hälfte der Autos am Salon heissen Golf, 500 und Focus. Die Hersteller kleben die Namen ihrer bestverkauften Modelle auf immer mehr neue Autos, die mit dem Original nur noch wenig zu tun haben. Um möglichst viele davon verkaufen zu können. Das ist zwar langweilig, scheint aber zu funktionieren. Fiat bewirbt den neuen Fiat 500 X als Fiat 500 mit Viagra im Tank. So etwas kann ja nur aus Italien kommen. Da fehlt nur noch Berlusconi auf dem Rücksitz, um die hübschen Hostessen anzugraben.

4. Kleine Kerle bei Opel
Mir war gar nicht bewusst, dass Opel ein derart grosses Angebot hat. Die Rüsselsheimer haben mich damit tatsächlich überrascht. Noch überraschender ist, dass die neuen Modelle winzig klein sind (aber spassig: Der Adam S ist das einzige Auto am diesjährigen Salon, in das ich hineingesessen bin). Ich frage mich, ob Opel damit nicht fast etwas übertreibt und sich selbst Konkurrenz macht. Aber die übrigen Kleinstwagen vor Adam und Karl, Corsa und Meriva, sind mittlerweile grösser – erwachsener – geworden. Ob Adam und Karl genauso wachsen und durch neue Kleinwagen ersetzt werden?

5. Kaaaaaaaaaahn!
Die grösste Offenbarung am diesjährigen Auto-Salon ist der britische Auto-Veredler A. Kahn Design. An seinem Stand werden Männerträume wahr. Hier steht die komplette Ranger Rover-Palette im „Projekt Kahn“-Stil, mit neuen Front- und Heckschürzen, ausgetauschten Kühlergrills, neuen Auspuffanlagen, zusätzlichen und grösseren Spoilern, selbst entwickelten Felgen, wunderschönen, handgearbeiteten Ledersitzen in 3D-Fischgräten-Optik (wow!) und umlackiert in der unglaublich unglaublich heissen Farbe Vulkan-Mattgrau. Da kriege ich noch jetzt Hitzewallungen! An diesem Stand hätte ich locker den ganzen Autosalon über bleiben können.

Kahn Design hat sich mit seiner Tochterfirma Chelsey Truck Co. auch dem Land Rover Defender angenommen und aus dem biederen Arbeitstier einen echten Hingucker gemacht. Die Karosserie-Verbreiterungen mit den von weitem sichtbaren Schrauben und weitern gezielten Veränderungen und Anpassungen lässt Kahn jeden Mercedes G-Klasse alt aussehen. So richtig genial ist das als Weltpremiere vorgestellte „Flying Huntsman Concept“ mit langer Schnauze, unter der ein kraftvoller Achtzylinder-Motor sitzt, und der zweiten Hinterachse. Innendrin befinden sich sechs Sportsitze mit Retro-Stoffbezug, die in drei Reihen links und rechts des breiten Mittelgangs befestigt sind. Schaut Euch den Geneva-Katalog von Kahn (PDF) an.

6. Old is beautiful
Neben dem neuen alten von Kahn Design gab’s am Auto-Salon auch wirklich altes: Der seltenste aller McLaren, ein F1 GT Longtail, stammt aus dem Jahr 1997. Von ihm (die Version mit verlängertem Heck) wurde gerade mal ein Exemplar gebaut, um die Vorgaben bezüglich Strassenzulassung von Rennwagen zu erfüllen. Er war hier zu Ehren des neusten Longtails von McLaren, dem 675LT. Und wurde hoffentlich nicht nur von mir bewundert.

7. Es geht aber auch modern
Die Schweizer Firma Rinspeed trumpft am Auto-Salon gerne mit ihren neusten Kreationen auf. Der selbstfahrende Budii basiert auf dem BMW i3. Das Lenkrad – wenn man denn mal selbst fahren will – ist an einem Roboterarm mit sieben Gelenken befestigt und kann sich allen Insassen anbieten. Eine Art Periskop auf dem Fahrzeugdach erlaubt besonders vorausschauendes Fahren und das LED-Heck-Panel kann viel mehr als nur Bremslichter und Blinker anzeigen.

So richtig kompromisslos futuristisch gibt sich der Torq von ED Design. Besonders auffällig an diesem Zweisitzer ist die fensterlose Kabine. Das eröffnet natürlich ganz neue Möglichkeiten für Design und Aerodynamik. Ob sich dieses Konzept durchsetzen wird, ist trotzdem mehr als fraglich. Obwohl man natürlich schon von innen nach aussen schauen kann – mithilfe eines Bildschirms.

Permalink zu diesem Beitrag: http://ptrl.ch/gims2015
]]>