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Top Gear ist die beste Autosendung der Welt – hoffentlich auch weiterhin. Ich bleibe optimistisch, dass sich nach Jeremy Clarksons Rauswurf eine gute Lösung findet. Momentan müssen wir uns alle mit den Wiederholungen begnügen, die auf diversen Fernsehsendern laufen.

Die Top Gear Rennstrecke ist so etwas wie das heilige Land aller Petrolheads. Ich bin im Spätherbst 2014 zu einer Pilgerreise hierhin gestartet, um selbst eine Runde zu drehen und das Studio zu besichtigen.
Der Top Gear Test Track
Der Test Track befindet sich auf einem Flugplatz, dem Dunsfold Park Aerodrome in Südengland. Das erklärt die vielen Markierungen auf der Strecke und auch, wieso im Hintergrund immer wieder Flugzeuge zu sehen sind. Ausser einer jährlichen Flugshow finden hier jedoch kaum mehr Flugbewegungen statt. Das Gelände wird heute für Fahrschul-Programme für Jugendliche und für Dreharbeiten genutzt. Das Top Gear-Studio befindet sich direkt neben der Rennstrecke in einem Flughafen-Hangar.

Der Rundkurs wurde von Lotus entworfen – natürlich unter Berücksichtigung der bestehenden Start- und Landebahnen und den Rollbahnen. Er enthält acht sehr unterschiedliche Kurven, die von den Fahrern und Autos alles abverlangen und sie auf Herz und Nieren testen. Die Strecke ist 2,8 Kilometer lang und sieht ein bisschen aus wie eine liegende Acht.
Den Streckenrekord liegt bei 59 Sekunden. Der Stig stellte ihn in einem Renault-Rennwagen aus der Formel 1 auf. Offiziell gezählt werden aber nur Power Laps von Fahrzeugen mit Strassenzulassung. Hier hält ein Pagani Huayra den Rekord mit 1:13.8 Minuten. Die Stars waren über die Jahre in verschiedenen günstigen Autos unterwegs; mit einem Suzuki Liana, einem Chevrolet Lacetti, einem Kia Cee’d und aktuell in einem Opel Astra. Klar: Mit diesen dauert’s jeweils ein bisschen länger. Der amerikanische Schauspieler Matt LeBlanc („Friends“) war mit 1:42.1 Minuten bisher am Schnellsten unterwegs.
Vorbereitung ist alles!
Die Top Gear Teststrecke gibt’s auch in Videospielen, zum Beispiel in Gran Turismo 5 für die Playstation 3. Das ist mittlerweile günstig gebraucht erhältlich. Zum Glück habe ich’s mir früh genug gekauft! Denn die Strecke kann nicht einfach so ausgewählt werden, nein, man muss sie sich erspielen. So habe ich viele Stunden vor dem Fernseher verbracht, um einfache Rennen zu gewinnen und Aufgaben zu erfüllen, bis die Strecke freigeschaltet wurde. Doch auch jetzt brauchte es Geduld: Erst wenn man ein Rennen im uralten, langsamen VW Bus gewinnt, lässt sich die Strecke auch mit anderen Autos befahren. Ich mache mich so gut wie möglich mit der Strecke vertraut.

Das Top Gear Studio
Und dann bin ich schon fast da! Die Aufregung wird immer grösser, als wir das letzte Stück zum Flughafen durch ein malerisches Wäldchen fahren. Hier sind also auch all die Stars und all die Supersportwagen durchgefahren! Der Portier öffnet die Barriere und lässt uns durch. Wir parkieren direkt neben dem Studio. Hier stehen teure BMWs, ein Ferrari und mehrere Krankenwagen herum. Ein normaler und drei eher aussergewöhnliche… dass die ihren Auftritt in der kommenden Staffel haben werden, war mir da natürlich noch nicht klar.

Ohne all die Zuschauer wirkt das Studio irgendwie kleiner. Den Wänden entlang finden sich Zeitzeugen aus mehr als zehn Jahren Top Gear wieder. In der Mitte dann steht es, das grosse Zahnrad mit dem Leaderboard der schnellsten Rundenzeiten, dem Motorblock-Tischchen und den Sesseln der drei Präsentatoren. Es fühlt sich unglaublich toll an, hier zu sitzen. Ein Traum wird wahr!
Es geht los!
Dann ist es soweit. Der Kia Cee’d steht draussen schon bereit. Ich steige rechts ein – klar, in Grossbritannien befindet sich das Lenkrad auf der anderen Seite. Auf dem Beifahrersitz nimmt ein Instruktor Platz. Er wird mir Anweisungen geben, auf welche Wegpunkte ich achten muss, wann ich bremsen und wann ich in Kurven einlenken muss.

Der Kia ist total kitzelig auf dem Gas. Schalten mit links ist gewöhnungsbedürftig, aber das mache ich nicht zum ersten Mal. Wir fahren zuerst eine Testrunde mit halber Geschwindigkeit und halten vor der Start-/Ziel-Linie. Dann gilt es ernst. Der Instruktor zählt runter: drei… zwei… eins…, während ich schon mal den Motor hochdrehe. Dann die Kupplung kommen lassen und los!

Die Stars können jeweils den ganzen Tag lang üben und fahren teilweise 20 Runden oder mehr, bis sie zufrieden sind. Ich hatte bloss einen Versuch – und natürlich einen schweren Instruktor neben mir… sagen wir mal: 300 Kilogramm? ;-) Kein Wunder, dass mich der verlangsamt hat. Aber nein, ich bin mit meiner Zeit absolut zufrieden. 1:48.8 Minuten ist ein guter Durchschnitt. Wie in echt bekomme ich einen weissen Magnetstreifen mit meinem Namen und meiner Zeit als Souvenir für zu Hause. Der bekommt auf jeden Fall einen Ehrenplatz!

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