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Hier fuhren mal Züge: Ein Peugeot 309 parkiert im ehemaligen Bahnhofsgebäude von Nizza.
Als das Automobil erfunden wird, ist die Firma Peugeot bereits eine etablierte Eisengiesserei. Zu ihrer Produktpalette gehören Sägeblätter, Kaffee- und Pfeffermühlen, die heute noch angeboten werden, aber auch Näh- und Schermaschinen, Bügeleisen, Uhrenfedern, Korsettstäbe und einiges mehr. So auch Velos. In den 1970er-Jahren ist Peugeot sogar der grösste Velohersteller Europas.
Das Interesse an der neuen motorisierten Fortbewegung ist gross. Schon 1889 startet Peugeot mit seinem Typ 1. Dieser ist ein Lizenzprodukt von Serpollet, hat nur drei Räder… und wird mit Dampf angetrieben. Das Dampfdreirad erreicht schnelle 30 km/h und bringt seine Erfinder trotz einiger Pannen in zwei Tagen von Paris nach Lyon. Der Typ 2 hat dann aber einen Zweitakt-Benzinmotor, in Lizenz von Daimler hergestellt. Dann folgen Typ 3, Typ 4 und viele mehr. Bis zum Jahr 1900 produziert Peugeot fast 30 verschiedene Modelle in kleiner und kleinster Auflage. Bisher ähneln sie noch weitgehend pferdelosen Kutschen.

Vom Peugeot Typ 16 wurden zwischen 1897 und 1900 insgesamt 87 Exemplare hergestellt.
Eine komplett neue Namensgebung
Noch fast dreissig Jahre lang führt Peugeot die fortlaufende Nummerierung seiner Modelle weiter, so wie das auch andere Automobilhersteller in diese Zeit tun. 190 Typen entstehen dabei. Bis im Jahr 1929 ein radikaler Systemwechsel folgt. Ein neues Zahlenschema mit drei Ziffern und einer Null in der Mitte wird eingeführt. Die erste Ziffer steht für die Fahrzeugklasse bzw. -grösse, die letzte für die Generation. Alle Kombinationen werden markenrechtlich geschützt, weshalb Porsche seinen Sportwagen nicht 901 nennen darf, sondern zu 911 ausweicht.
Kurz nacheinander kommen der 201, 301, 401 und 601 auf den Markt. Die kleinen Modelle sind besonders erfolgreich. Vom Peugeot 201 werden im Werk in Socheaux während acht Jahren 142’309 Exemplare hergestellt. Die Produktion des 601 hingegen wird bereits nach einem Jahr wieder eingestellt – sein Motor vermag einfach nicht genügend Leistung für das schwere Auto zu liefern.

Bald 100 Jahre alt und unglaublich elegant: der Peugeot 401.
Zu diesem Zeitpunkt steht bereits die zweite Generation in den Startlöchern. Sie startet in umgekehrter Reihenfolge: 402, 302 und 202. Einen 6er sollte es erst 40 Jahre später wieder geben. Diese zweite Generation überrascht mit einer avantgardistischen Stromlinienform und Frontscheinwerfern, die hinter dem Kühlergrill montiert sind.

Die zweite Generation versteckt die Scheinwerfer hinter dem Kühlergrill, hier ein Peugeot 402.
Der Zweite Weltkrieg unterbricht die Automobilproduktion, bis Peugeot im Jahr 1948 mit der dritten Generation aufwartet. Der komplett neu konstruierte 203 gleicht amerikanischen Autos wie kein anderer Peugeot vor oder nach ihm. Jahrelang bleibt er das einzige Modell von Peugeot, bis 1955 der 403 folgt. Von diesem werden erstmals über 1 Million Exemplare hergestellt, die in mehr Länder als je zuvor ausgeliefert werden. Es gibt ihn als Stufenhecklimousine, als Kombi (mit der Bezeichnung «Break», die sich bis heute hält), lange Familienversion mit acht Plätzen, Kastenwagen, Pick-up und Cabriolet. Das Cabriolet erlangt viele Jahre später Bekanntheit als Auto von Inspektor Columbo.

Der unglaublich vielseitige Peugeot 403, hier als Kastenwagen der Feuerwehr und (hinten) als Werbefahrzeug.

Inspektor Columbo mit seinem Peugeot 403 Cabrio. © Universal Television.
Von der vierten Generation, die ab 1960 gestaffelt auf den Markt kommt, sind erstmals sechs verschiedene Modellklassen erhältlich. Wegen dem doch ziemlich grossen zeitlichen Abstand zueinander sehen sie sich optisch aber nur teilweise ähnlich. Erstmals stösst dabei ein Kleinwagen hinzu, der 104, und der zwischen der 4er- und 6er-Reihe platzierte 504. Der 504 ist ein derart beliebtes Fahrzeug – praktisch, komfortabel, robust und zuverlässig –, dass es auf anderen Kontinenten weiterhin hergestellt wird, nachdem die Produktion in Frankreich schon lange (im Jahr 1983) eingestellt ist; in Argentinien bis 1998, Kenia bis 2001 und Nigeria sogar bis 2005.

Viel Platz, zuverlässig, beliebt: Hier ein Peugeot 504 Familiale.
Die fünfte Generation beginnt nicht etwa mit dem 205, der den bisher grössten Erfolg von Peugeot darstellt und als «bester Kleinwagen» ausgezeichnet wird, sondern mit dem 305 und dem 505. Ihre Fronten gleichen noch sehr ihren Vorgängern, mit den zur Fahrzeugmitte hin leicht nach unten geneigten Scheinwerfern. Von diesem Design weichen der 205, 405 und 605 dann deutlich ab. Fast könnte man sie als zusätzliche Generation betrachten. Es ist klar: Diesen Design-Weg will Peugeot fortan gehen.

Optisch sind die Peugeots 305 und 505 (Foto) direkte Nachfolger der vierten Generation.

Sie sehen ganz anders aus: die Peugeots 205, 405 und 605. Hier ein Peugeot 205 – was für eine Nummer («Sacré numéro»)!
Der Ausrutscher im Zahlensystem
Im Jahr 1978 übernimmt Peugeot, inzwischen zur Peugeot Société Anonyme (PSA) umbenannt, die europäischen Aktivitäten von Chrysler. Dazu gehören die Automarken Simca in Frankreich, Rootes-Sunbeam in Grossbritannien und Barreiros in Spanien. PSA beschliesst, die Fahrzeuge dieser Marken unter dem traditionsreichen Namen Talbot weiterzuführen. Talbot wurde 20 Jahr zuvor von Simca übernommen und sollte jetzt als Bindeglied zwischen den verschiedenen Herkunftslinien dienen. Doch die Verkaufszahlen der zu Talbot umbenannten Modelle sinken kontiniuerlich. 4’000 Mitarbeitende müssen entlassen werden, was zu Streiks führt und dem Ansehen der Marke weiter schadet.

Nachfolger gesucht: Der Talbot Horizon.
Ab 1982 entwickelt PSA unter dem Code C28 ein neues Modell, das den Talbot Horizon ersetzen und die Marke retten soll. Und nicht nur das: Es soll auch die Zukunft der übernommenen Fabriken im französischen Poissy (Simca), im englischen Ryton-on-Dunsmore (Rootes) und im spanischen Villaverde (Barreiros) sichern und ihre Belegschaften besänftigen. Verbaut werden eine verlängerte Plattform des 205 – er wird 1982 lanciert und ist sehr erfolgreich – sowie Motoren und Getriebe von Simca. Doch das geplante Modell, von der Presse Talbot Arizona getauft, wird kein Talbot sein. Denn die Marke befindet sich weiter im Niedergang, mit sinkenden Verkaufszahlen und steigenden Qualitäts- und Image-Problemen. 1985 entscheidet PSA, die Marke Talbot aufzugeben, nicht aber das schon fast marktreife neue Modell. Daraus soll ein Peugeot werden. Aber welcher?
Angesiedelt in der unteren Mittelklasse und aufgrund seiner Grösse gehört das Auto in die 3er-Reihe, aber weder als 305, den es ja bereits gibt, noch als 306. Denn die sechste Generation von Peugeots soll erst später folgen. Ein 405 soll es auch nicht werden. Dieses Modell ist bereits in Planung und kann nicht zum 505 umbenannt werden, weil es auch diesen bereits gibt. Als Ausweg aus diesem Dilemma wird das neue Modell 309 genannt. Die ungewöhnliche Zahl soll auch zeigen, dass das Modell ausserhalb der eigentlichen Peugeot-Familie und damit ausserhalb der gewohnten Zahlengebung steht. Wie sich diese Entscheidung auf die spätere Namensgebung der neunten Generation von Peugeots auswirken würde, darüber sollten sich zukünftige Verantwortliche den Kopf zerbrechen. Man vertraut auch ein bisschen darauf, dass sowieso eine neue Namensgebung gefunden werden muss, wenn die Zahlen mit der Null in der Mitte aufgebraucht sind.

Eine der sechs Varianten, die beim Verkaufsstart 1985 erhältlich sind: Der Peugeot 309 GL Profil kommt mit einem 1,3-Liter-Motor von Simca, Front- und Heckverkleidungen und einem kleinen Heckspoiler für eine verbesserte Aerodynamik.
Der Peugeot 309: (k)ein Erfolgsmodell
Der Peugeot 309 wird zwischen 1985 und 1993 produziert, wie versprochen in den Werken in Frankreich, England und Spanien, und zusätzlich auch in Indien. Sein Design ist funktional und lehnt sich stark an den 205 an. Von ihm stammen auch die Türen. Herausstechen tut nur die gewölbte Heckscheibe. Zum Verkaufsstart am 17. Oktober 1985 ist zuerst nur die fünftürige Version mit Simca-Motor erhältlich.
Später setzt Peugeot eigene Motoren ein, die von 60 bis 160 PS leisten – in der besonders leistungsstarken GTI16-Version mit einem XU9-Motor mit 16 Ventilen, der auch im Peugeot 405 Mi16 zum Einsatz kommt und zu dieser Zeit der (ausserhalb des Rally- und Motorsports) stärkste Peugeot-Motor ist. Während der achtjährigen Produktion kommen auch Versionen mit drei Türen hinzu, Dieselmotoren und im Jahr 1989 ein leichtes Facelift, genauso wie beim Peugeot 205, um Lichter und Heck optisch näher an den 405 und 605 zu rücken. Verschiedene Sondermodelle mit farbigen Akzenten oder thematischen Ausstattungen kommen in den Verkauf, darunter Chorus, Green, Graffic, Best Line, Océane, Vital, Christal, Style, Allure, Look, Jump, Miami, Flair, Zest und Goodwood, wobei das Goodwood-Modell nur in England erhältlich ist; in einer dunkelgrünen Metallic-Farbe mit dunklen Leichtmetallfelgen, schwarzer Leder-Ausstattung, Lenkrad und Schalthebel aus Holz sowie einem CD-Wechsler.

Benannt nach der berühmten britischen Rennstrecke: Der Peugeot 309 Goodwood war auf 399 Exemplare limitiert.
Im Jahr 1993 wird die Produktion des 309 eingestellt. Das Nachfolgemodell wartet bereits: der 306. Mit ihm kehrt Peugeot zu seinem gewohnten Nummernsystem zurück. Die Übernahme von Chrysler Europe ist nun endgültig vorbei.
Sein Name mag ein Ausrutscher sein, das Modell selbst ist es nicht. Mit 1’635’132 produzierten Autos kann sich der Peugeot 309 durchaus sehen lassen, auch wenn er weit hinter dem Erfolg des 205 mit 5’278’050 Autos und dem 405 mit 4’626’700 Autos zurückbleibt. Der 309 hat seinen festen Platz in der Geschichte von Peugeot verdient.

GTI-Streifen inklusive: der Peugeot 309 als GTI nach dem Facelift.
In die Sackgasse manövriert
Nach dem 309 entwickelt sich Peugeots Modellpalette munter weiter. Die sechste Generation kann an den grossen Erfolg der fünften anschliessen. Der 206 entwickelt sich sogar zum meistverkauften Peugeot aller Zeiten. Mit dem Mini- oder eher Mikrovan 1007 schleicht sich im Jahr 2004 zum ersten Mal eine Doppelnull in den Namen, in England lustigerweise als Zehn-null-sieben ausgesprochen. Drei Jahre später folgt ein zweites Doppelnull-Modell, der 4007 als erster SUV von Peugeot. Er wird als Kollaboration mit (und von) Mitsubishi produziert und erscheint auch als Mitsubishi Outlander II und Citroën C-Crosser. Die SUVs sind heute mit dem 2008, dem 3008 und 5008 zum festen Bestandteil der Peugeot-Fahrzeuge geworden, wobei der 5008 sowohl den 4008 als auch die 8er-Reihe abgelöst hat.

Das erste Doppelnull-Modell von Peugeot mit seiner umstrittenen Schiebetür: der 1007.
Hinzu kommt auch ein Van, mit dem Peugeot die 8er-Reihe eröffnet. Der 806 und später 807 ist auch als «Eurovan» bekannt und stellt eine weitere Kollaboration verschiedener Hersteller dar. Das Auto ist baugleich mit dem Citroën Evasion bzw. C8, Fiat Ulysse und Lancia Zeta bzw. Phedra.

Den Peugeot 806 gab es auch mit Citrën-, Fiat- und Lancia-Logo und leicht anderer Front und Heck.
Auch einen Peugeot 905 und später 908 gibt es – aber nur auf der Rennstrecke. Mit ihnen gewinnt Peugeot verschiedene Rennen, darunter mehrmals das 24-Stunden-Rennen von Le Mans. Damit bleibt nur die 7er-Reihe bis heute unbesetzt.

Dieser Peugeot 905 Evo gewann das 24-Stunden-Rennen von Le Mans im Jahr 1992.
Mit dem Sportcoupé RCZ weicht Peugeot ein weiteres Mal von seinem gewohnten Zahlensystem ab. Das Sportcoupé entsteht aus dem Concept Car 308 RC Z und gelang fast unverändert in die Serienproduktion – inklusive dem Namen, der an die leistungsstarken RC (Rally Championship) Versionen des 206 und 207 anknüpfen soll, mit dem Z als Hommage an den Karosseriebauer Zagato, dessen typische «Double Bubble» Dachform übernommen wird.

Zu sportlich für eine Nummer? Der Peugeot RCZ. Seine Nummer wäre übrigens – ebenfalls – 308.
Nach der achten Generation wäre es im Jahr 2013 dann eigentlich soweit: Als erster wird der 308 durch ein Nachfolgemodell abgelöst. Es heisst: 308. Und auch dessen Nachfolgemodell im Jahr 2021 heisst erneut 308. Auch beim 208, 408 und 508 sowie den grösseren 2008, 3008 und 5008 erscheinen Nachfolger mit denselben Namen.
Zeit für einen Systemwechsel!
Seit zwölf Jahren steckt Peugeot also in der Sackgasse fest, bei jedem neuen Modell noch ein bisschen mehr. Die Verantwortlichen scheinen weder eine Ahnung noch den Willen zu haben, da wieder herauszufinden. Den 309 zu überspringen und zum 310 und 311 zu wechseln, oder einfach «309» nochmals zu verwenden (beispielsweise lancierte Peugeot im Jahr 2012 einen weiteren 301 für den türkischen, asiatischen und lateinamerikanischen Markt), wären zwar die naheliegendsten Optionen gewesen, aber scheinbar nicht gewollt. Gewollt war die jetzige Situation aber sicher noch weniger, denn sie widerspricht der 1929 eingeführten Markenstrategie komplett. Genau das Gegenteil sollte damit erreicht werden: eine neue Nummer mit jedem neuen Modell. Dass verpasst wurde, rechtzeitig eine Lösung oder wohl eher eine neue Namensstrategie zu entwickeln, empfinde ich als Versagen von Peugeot.

Kein Grund, im Schatten zu stehen: Vom Peugeot 309 wurden 1’635’132 Exemplare produziert.
Vertrauen die Verantwortlichen etwa darauf, dass sich die 8er-Nummern genauso etabliert haben wie die Autonamen anderer Hersteller? Das wäre meiner Meinung nach nur Wunschdenken. Die Zahl 308 wird nie dasselbe Gefühl auslösen wie «Golf». Oder in Worten, die Peugeot versteht: Ein 208 wird nie dieselbe «Sacré Numéro» sein wie der 205, dem der neueste 208 (der 208 II) ganz klar nachempfunden ist und der als Elektro-GTI mit 280 PS endlich die nötige Power erhält, um ein würdiger Nachfolger zu sein. Wenn überhaupt, dann sollten die Modelle nach den früheren Verkaufsschlagern der Reihen benannt werden, wie das beispielsweise Renault mit seinen neuen Retro-Flitzern Renault 5, Renault 4 oder bald dem Twingo macht.
Eine Lösung will ich spätestens 2029 sehen. Hundert Jahre nach der Einführung des heutigen Zahlensystems wird es nämlich höchste Zeit für einen Systemwechsel.
Wie könnte die neue Namensgebung aussehen? Naheliegend wären die Modellnamen P1, P2, P3 und P4 bezogen auf die Grösse, wie das Audi, BMW, Citroën und viele andere Hersteller auch tun, mit den SUVs als P1X, P2X, P3X und P4X. Oder vielleicht L1, L2, L3 usw. als Anlehnung an den Löwen, dessen Anfangsbuchstabe auch in vielen anderen Sprachen funktionieren würde. Die Autos könnten auch die Namen berühmter Löwen erhalten, wie das Lamborghini mit Stiernamen macht. Egal, welches System gewählt wird: Alles ist besser, als weiterhin in der Sackgasse zu bleiben.
Mit seiner Benennung tanzte der Peugeot 309 aus der gewohnten Zahlenreihe und wirkte wie ein Modell aus ferner Zukunft, ja wie eine Zeitmaschine – die neunte Generation, die sich Jahrzehnte vor ihrer Zeit präsentiert. Es war aber ein anderer Grund, aus dem wir vor 19 Jahren einen Peugeot 309 zur Zeitmaschine umgebaut haben. Als Präsident des Peugeot-Club.ch hatte ich zwei Jahre zuvor ein grosses jährliches Peugeot-Treffen lanciert, immer mit einem anderen Film als Thema. Nach «Matrix» im Jahr 2004 und «Finding Nemo» im Jahr 2005 war im Jahr 2006 «Back to the Future» die Inspiration.

Auf dem Flyer und der Website prangt gross eine Peugeot-Zeitmaschine. Aber nicht nur da! Eine «richtige» Zeitmaschine soll den Besucherinnen und Besucher für Fotos bereitstehen. Nicht ein DeLorean wie im Film, sondern natürlich ein Peugeot – ein 309, der mit seinem schrägen Heckfenster er am ehesten aussieht wie die Zeitmaschine in meinem Lieblingsfilm. Und tatsächlich konnte ich genügend Club-Kolleginnen und -Kollegen von meiner Idee überzeugen. So basteln wir schon bald an einem Peugeot 309 herum. Das Schwierigste ist der Flügeltüren-Umbau. Vergleichsweise einfach ist der Aufbau auf der Rückseite: Auf den Unterbau kommen Luftauslässe aus Holz. Alte Staubsaugerschläuche und farbig angesprayte Joghurt-Becher müssen als technische Bestandteile hinhalten. Rundherum montieren wir ausrangierte Stromkabel, und ein aufgeschnittener Gartenschlauch mit Drahtgitter wird zum Flux-Band. Ganz originalgetreu ist immerhin der «Mr. Fusion» Energiereaktor: eine Krups Kaffeemühle, wie sie auch im Film eingesetzt wurde. Nur die Farbe, mit der wir das ganze Auto angestrichen haben, hat enttäuscht: Auf dem Deckel sah sie wesentlich überzeugender aus als auf dem Auto. Trotzdem hat das Resultat begeistert. Dieser Umbau gehört immer noch zum Verrücktesten, das ich je unternommen habe.












Perma-Link zu diesem Beitrag: ptrl.ch/309
]]>1. Bugatti «La Voiture Noire»

«Das schwarze Auto» ist der neueste Wurf von Bugatti, und nicht nur wunderschön und unmöglich zu fotografieren, sondern mit 11 Millionen Euro auch der teuerste Neuwagen der Welt. Bugatti hat sich den 1’500-PS-Boliden mit sechs Auspuffen zu seinem 110-Jahre-Jubiläum geleistet.

Inspiriert wurde «Das schwarze Auto» vom Bugatti Sondermodell Type 57 SC Atlantic, das zuerst Jean Bugatti, dem älteste Sohn des Firmengründers Ettore Bugatti, gehörte und von ihm so genannt wurde. Nachdem es im Zweiten Weltkrieg bei der Besetzung Frankreichs beschlagnahmt und Gerüchten zufolge in einem Zug nach Deutschland gebracht werden sollte, ist sein heutiger Verbleib unbekannt.

Auch der zukünftige Verbleib dieses Meisterstücks des Automobilbaus ist nicht bestätigt. Gerüchten zufolge hat Ferdinand Piëch, der langjährige VW-Chef und Enkel von Porsche-Gründer Ferdinand Porsche, das Einzelstück erstanden.

Auch ein wunderschöner Bugatti Divo ist am Bugatti-Stand ausgestellt. Die matte Farbe mit den hellblauen Elementen – inklusive hellblauer Radzierringe – ist einfach umwerfend.

Ebenfalls am Auto-Salon Genf 2019 gezeigt wird das Sondermodell des Bugatti Chiron, der Bugatti Chiron Sport mit Farben der französischen Flagge unter dem Heckspoiler, von dem zum 110-Jahre-Jubiläum von Bugatti 20 Fahrzeuge gebaut werden.

In meinen Augen sind das die schönsten Fahrzeuge das diesjährigen Auto-Salons.
2. Pininfarina Battista

Der Pininfarina Battista ist nach dem Firmengründer Battista Farina benannt. Vom 1’903 PS starken Elektro-Hypcercar mit einer Batterie von Rimac sollen ab dem kommenden Jahr insgesamt 150 Exemplare hergestellt werden. Es wird das stärkste Automobil sein, das je in Italien gebaut wurde.

Am Auto-Salon stehen gleich zwei Battistas in den oberen Hallen 1 und 2, einer am Stand von Pininfarina (Stand Nr. 1241) und einer am Stand von Automobili Pininfarina (Stand Nr. 2146).



Wir kennen Pininfarina als Design-Schmiede vieler Autohersteller. Pininfarina verdanken wir viele schöne italienische Sportwagen wie beispielsweise den Ferrari Daytona, Ferrari 308 GTB und GTS, Ferrari California oder den Maseratti Quattroporte, aber auch Alltagsautos wie den Peugeot 406 Coupé, Alfa Romeo Spider oder Ford StreetKa. Aber auch SBB-Lokomotiven oder das Zürcher Cobra-Tram wurden von Pininfarina designt.
3. Sbarro Renner

Es ist absolut unglaublich, was die Schüler der Espera Sbarro Schule für Autodesign und Autokonstruktion in nur 60 Tagen auf die Beine – oder eher die Räder – gestellt haben. In dieser Zeit haben sie gemeinsam das Auto entworfen, ein Tonmodell hergestellt, ein Chassis aus Stahlrohren hergestellt, einen Subaru STI-Motor mit 300 PS eingebaut sowie die Karosserie und den Innenraum gebaut und das Auto lackiert. Eine unglaubliche Leistung.

Der Sbarro Renner entspricht ihrer gemeinsamen Vision eines Rennwagens, der für die Strasse zugelassen ist. Inspiriert wurde er vom Porsche 904. Der Renner ist ein fahrbares Einzelstück, das im Besitz der Schule verbleibt.

Auf den Stand von Sbarro am Auto-Salon Genf freue ich mich jedes Jahr am meisten. Hier zeigt der Schweizer Autodesigner Franco Sbarro seine neuen Kreationen, die häufig zu den wildesten des ganzen Salons gehören. Und auch seine Schüler präsentieren ihre Werke. Dabei handelt es sich jeweils um das vor dem Auto-Salon gebaute Modell sowie um das letztjährige Modell, das nach dem Auto-Salon entstand.

Die Espera Sbarro Schule gehört zur Technischen Universität Montbéliard in Frankreich. Ich habe im 2017 einen Blick hinter die Kulissen der Schule geworfen und einen Blogbeitrag darüber verfasst. Der nächste Tag der offenen Türe findet am 6. April 2019 statt. Weitere Informationen gibt es auf der Facebook-Seite der Espera-Sbarro-Schule.
4. Peugeot E-Legend Concept

Mit dem E-Legend Concept Car will Peugeot die Langeweile aus der Zukunft nehmen. Sein Elektromotor leistet 462 PS und soll das Auto in unter 4 Sekunden auf 100 km/h beschleunigen.

Das E-Legend-Konzept wurde dem ikonischen Peugeot 504 Coupé nachempfunden, das übrigens auch von Pininfarina designt wurde. Es ist Peugeots Studie eines autonomen Fahrzeugs der Zukunft.

Mit solchen Aussichten sieht die Zukunft rosig aus. Denn das Concept Car ist extrem gut gelungen. Schaut Euch nur all die raffinierten Lichter an!

Das E-Legend Concept greift übrigens das Peugeot-Logo wieder auf, das von 1960 bis 1964 im Einsatz war und damit noch aus der Zeit vor dem Peugeot 504 Coupé stammt (von 1969 bis 1983 produziert). Nicht ganz stilecht.

Im minimalistischen, futuristischen Innenraum fällt vor allem der grosse Bildschirm im Fussraum auf. Mit seinen 1,25 Metern Diagonale kann der viel mehr als nur die nächste Abzweigung anzeigen.

Mir persönlich gefällt auch die hellblaue Innenausstattung. :-)
5. Ferrari F8 Tributo

Der F8 Tributo ist das neueste Modell von Ferrari und Nachfolger des Ferrari 488. Er lehnt sich denn auch vom Design her stark an seinen Vorgänger an, mit einer überarbeiteten Front- und Heckpartie.

Im Gegensatz zu den vielen Elektro-Sportwagen setzt Ferrari weiterhin auf einen Verbrennungsmotor. Eingebaut ist der aus dem 488 bekannte V8-Biturbo-Motor mit 720 PS, der den Ferrari in 2,9 Sekunden auf 100 km/h beschleunigt.
Die Rückseite des F8 Tributo erinnert mich stark an den Ferrari SP38 Deborah, ein auf Kundenwunsch produziertes Einzelstück, das letztes Jahr an der Grand Basel 2018 (weit nach unten scrollen) ausgestellt wurde.

Den Tribut in seinem Namen zollt der F8 übrigens dem Ferrari 3,9-Liter-V8-Biturbo-Motor, der in den Jahren 2016, 2017 und 2018 die «International Engine of the Year»-Auszeichnung als Motor des Jahres erhielt.
6. Piëch Mark Zero

Mit dem Piëch Mark Zero stellen die in Zürich lebenden Toni Piëch und Rea Stark Rajcic ihre neue Deutsch-Schweizer Automarke Piëch vor. Der Name ist Autofans bekannt; Ferdinand Piëch, Toni Piëchs Vater, stand viele Jahre an der Spitze von VW, von 1993 bis 2002 als Vorstandsvorsitzender und danach bis 2015 als Aufsichtsratsvorsitzender. Toni ist zudem Urenkel von Porsche-Gründer Ferdinand Porsche.

Das Design des Piëch Mark Zero ist eine moderne Interpretation von klassischen, puristischen Sportwagen und wirkt zeitlos und modern. Der ovale Frontgrill beispielsweise wurde vom Ferrari 250 GTO, dem Jaguar E-Type oder dem Shelby Cobra inspiriert.

Der Mark Zero wird von drei Elektromotoren mit einer Gesamtleistung von über 600 PS angetrieben. Der Elektrosportler beschleunigt in 3,2 Sekunden von Null auf 100 km/h und erreicht eine Höchstgeschwindigkeit von 250 km/h. Dank einer neuartigen Batterie-Technik einer Partnerfirma aus China sollen die Akkus in nur 4:40 Minuten zu 80% aufgeladen werden können.

Der Piëch Mark Zero soll in drei Jahren marktreif und zum Preis von zwischen 150’000 und 170’000 Euro erhältlich sein.

Mehr über das Auto ist im separaten Blogbeitrag über den Piëch Mark Zero zu finden.
7. Cupra Formentor

Seit Anfang 2018 erscheinen die Sportversionen von Seat unter der eigenständigen Marke «Cupra». Doch Cupra will mehr sein als nur ein Seat-Ableger. Am Auto-Salon 2019 präsentiert Cupra das seriennahe Konzept-Fahrzeug Formentor.

Das nach einer Halbinsel im Osten von Mallorca benannte SUV-Coupé lehnt sich an den Seat Tarraco an, zumindest bei den Lichtern und dem Kühlergrill. Die Lichter-Partie erinnert mich sehr an den Maserati Levante. Gegen hinten wird der Formentor aber schnittiger – wie ein richtiges Coupé halt – und endet in einer sehr markanten Heckpartie mit markanten Rücklichtern und Kanten.
Das Serienmodell mit Hybrid-Antrieb soll 2020 auf den Markt kommen und wird vermutlich auch als abgeschwächte Seat-Version erscheinen.
8. Alfa Romeo Tonale

Auch Alfa Romeo enthüllt mit seinem Tonale ein sportliches 2+2-Sitzer SUV-Coupé, das hoffentlich nicht nur ein Konzept bleibt. Auch er ist als Plug-in-Hybrid konzipiert.

Speziell sind vor allem die Lichter, denen die Fotos nicht ganz gerecht werden. Das Auto mit den Dreifachscheinwerfern erinnert mich stark an den von Zagato designten Alfa SZ, oder auch den späteren Alfa Romeo Brera und den Spider. Ich finde ihn auf jeden Fall stimmiger als den Stelvio.

Das Auto ist nach dem Tonalepass in den Alpen zwischen Italien und der Schweiz benannt. Sein Name wirkt für mich ein wenig unglücklich, da er sich sehr ähnlich anhört wie «Zehennagel» auf Englisch.
9. Koenigsegg Jesko

Am Auto-Salon Genf 2019 enthüllt Christian von Koenigsegg seinen neuen Hypercar. Und hält eine Überraschung für seinen 80-jährigen Vater bereit, der bei der Premiere mit dabei ist. Denn er hat das Auto nach ihm benannt, und das sogar mithilfe einer falschen Pressemitteilung geheim gehalten. Auch wenn Jesko von Koenigsegg als leidenschaftlicher Reiter eigentlich 1 PS den weit über 1’000 PS seiner Hypercars bevorzugt, wie Christian betont. Jesko von Koenigsegg hatte seinen Sohn schon immer unterstützt und vor allem auch, als er als 22-Jähriger seine Superwagen-Firma gegründet hatte.

1’578 PS sind es übrigens beim Koenigsegg Jesko, wenn der mit E85 Ethanol betankt wird, ansonsten 1’280 PS mit normalem Benzin. Diese werden vom 5,0-Liter-V8-Biturbo-Motor produziert, der bereits im Agera im Einsatz war. Eine neu entwickelte Kurbelwelle hilft beim Jesko, noch ein paar Pferdestärken mehr aus dem Motor herauszuholen.

Ebenfalls komplett neu entwickelt wurde das 9-Gang-Getriebe. Das funktioniert ähnlich wie bei einem Fahrrad, das vorne und hinten eine Gangschaltung hat. Mit dieser doppelten 3-Gang-Schaltung kann mehr oder weniger frei zwischen verschiedenen Gängen hin- und hergeschaltet werden. «Light Speed Gearbox» und «Ultimate Power on Demand» nennt Christian von Koenigsegg die Technik, mit der er als Erster die 300 mph-Grenze (483 km/h) durchbrechen will. Dabei erzeugt der riesige Heckspoiler über 1’700 kg Anpressdruck, um das Auto am Boden zu halten – also mehr als das Gewicht des Jeskos.

Wie beim Agera lässt sich übrigens auch hier das Targa-Dach entfernen… aber nicht im Vorderteil des Hypercars verstauen und damit nicht mitnehmen. «Da gibt es nur eins: Schnell nach Hause fahren, wenn es zu regnen beginnt», witzelt Christian von Koenigsegg bei der Enthüllung.
10. VW ID. Buggy

Gut 50 Jahre nach dem Aufkommen der ersten Strandbuggys auf VW-Käfer-Basis plant Volkswagen eine Neuauflage! Zwar handelt es sich beim ID. Buggy erst um eine Studie, doch schon 2022 soll eine Serienversion des Auto tatsächlich vom Band rollen.

Der neue Buggy fährt rein elektrisch. Der hinten verbaute Elektromotor liefert 204 PS, mit denen er die Hinterachse antreibt. Die 62-kWh-Batterie sorgt für eine Reichweite von immerhin 250 km. Der ID. Buggy soll auch Werbung machen für den Modularen Elektrifizierungsbaukasten (MEB), auf dem das Auto basiert. Denn dieser kann als Grundlage für weitere Fahrzeuge und Kleinserien eingesetzt werden, und das nicht nur von VW. Ähnlich wie schon bei den Strandbuggys können die darauf aufgebauten Autos unter der eigenen Marke verkauft werden.

Beim grünen Buggy fallen nicht nur seine Froschaugen auf, sondern auch, dass es weder Türen, Fenster noch ein Dach gibt. Lediglich ein Sonnen-/Regensegel soll zwischen Überrollbügel und Frontscheibe gespannt werden können.
VW hat uns schon einige Studien mit dem Versprechen gezeigt, damit eine Serienproduktion zu starten. Ob es dieses Mal stimmt, bleibt abzuwarten. Das MEB-System hat auf jeden Fall viel Potenzial.
One more thing: Peugeot 208 II

Neben dem E-Legend Concept präsentiert Peugeot am Auto-Salon Genf 2019 auch seinen neuen Peugeot 208 II. Dieser übernimmt die neue Marken-Optik, die Peugeot mit dem 508 II vor einem Jahr vorgestellt hat. Besonders auffällig sind die Lichter mit der 3-Krallen-Optik (nicht mehr nur hinten, sondern hier auch vorne) und natürlich mit der markanten Fangzahn-Lichtsignatur, die weit nach unten in die Frontschürze ragt. Hinten verbindet eine breite schwarze Zierleiste die Rücklichter.

Bei der GT-Line liefert der Benzinmotor 130 PS. Das reicht bei weitem noch nicht, um mit den schnellen Hot Hatches anderer Automarken mitzuhalten. Ab 2020 wird auch eine rein elektrische Version des 208 erhältlich sein, der e-208.

Endlich gefallen mir Peugeots wieder! Und dieser neue 208 erinnert mich sehr an mein erstes Auto, einen Peugeot 205 GTI. Viele seiner Design-Elemente werden hier wieder aufgegriffen, darunter die Zierleiste zwischen den Rücklichtern oder der Schriftzug der Modellvariante auf der C-Säule. Etwas unverständlich sind mir die schwarz lackierten Radläufe. Und ich hätte den 208 gerne auch als Dreitürer gesehen, nicht nur als Fünftürer. Und natürlich einen stärkeren Motor. Aber auch so hat der Peugeot 208 II das Zeug dazu, an den Erfolg seiner Vorgängermodelle anzuknüpfen.

Nur mit seiner Namensgebung bleibt Peugeot weiterhin in der Sackgasse stecken. Es ist tragisch, dass sich die Franzosen nicht frühzeitig neue Modellnamen überlegt haben. Neue Modelle können nicht bis in alle Ewigkeit -08 heissen (neue Modelle -09 zu nennen, hat sich Peugeot mit dem 309 im Jahr 1985 verbaut).
Zweites Wochenende
Der Auto-Salon Genf 2019 ist noch bis und mit Sonntag 17. März 2019 geöffnet. Alle Informationen sind zu finden unter www.gims.swiss.
Permalink zu diesem Beitrag: http://ptrl.ch/gims2019top10
]]>Dies ist eine Berichterstattung über den Auto-Salon Genf 2016 in vier Teilen: Viertes Kapitel: Schöne Studien.
Techrules AT96 und GT96
In meinen Augen das schönste Auto am diesjährigen Auto-Salon kommt aus China. Der Techrules AT96 oder GT96 – die beiden lassen sich äusserlich nicht auseinanderhalten – wartet mit eine extrem aerodynamischen Front, markanten Lichtern und Maikäfer-Flügeln (seht Euch nur das Foto von hinten an) auf.

Spannend ist aber auch die Technik im Innern. Das Auto wird von einem gut 1’000 PS starken Elektromotor angetrieben, wobei eine Mikro-Turbine die Batterie während der Fahrt auflädt. Diese Turbine wird beim AT96 für den Rennbetrieb mit Kerosin aus der Luftfahrt gespiesen, beim strassentauglichen GT96 mit Biogas.

Bei diesem TREV genannte Fahrzeugsystem (Turbine-Recharging Electric Vehicle) reicht eine kleinere und damit leichtere Batterie, um mit einer Tankfüllung für 2’000 Kilometer weit fahren zu können, was einem Benzinvergleich von 0,18 Liter pro 100 Kilometer entspricht. Die Techrules-Autos sehen dabei nicht nur nach Supersportwagen aus, sie fahren auch so: Tempo 100 wird in gerade mal 2,5 Sekunden erreicht, die Geschwindigkeit ist elektronisch auf 350 km/h beschränkt.
Der Sportwagen soll in ein paar Jahren serienreif sein, die Technologie danach in weitere Fahrzeuge eingebaut werden.
EDAG Soulmate
Die EDAG Engineering Group ist ein unabhängiger Ingenieurdienstleister für die globale Automobil- und Luftfahrtindustrie mit Sitz in Deutschland. Die EDAG sieht die Zukunft des Personenwagens zukünftig als dritten Lebensraum nach dem Zuhause und dem Arbeitsplatz, ein persönlicher Begleiter für den Alltag. Der Soulmate ist ständig mit Haus oder Wohnung verbunden und kann alles aus der Ferne steuern. Es besteht aus Leichtbauteilen inspiriert von einer bionischen Skelettstruktur und Elementen, die aus dem 3D-Drucker stammen. So reicht eine lichtdurchlässige Aussenhaut aus Stoff, die andern Verkehrsteilnehmern oder dem Fahrer selbst optische Signale senden und mit intelligenten Fahrzeugen kommunizieren kann.

Bei all dieser Elektronik, Apps und Spielereien wurde ganz vergessen zu erwähnen, wie das Auto angetrieben wird. Ich nehme mal an: mit einem Elektromotor.
Italdesign GT Zero
Ebenfalls von einem Elektromotor wird die GT Zero-Studie von Italdesign, einer mittlerweile vollständigen Tochterfirma von VW, angetrieben. Seine Leistung liegt hinter dem Tesla Model S zurück. Aufgefallen ist er vor allem wegen seinem Heck mit der grossen, dunklen Heckscheibe. Sie erinnert sofort an die „Schneewittchensärge“ von Volvo (die Modelle P1800 und 480).

Opel GT Concept
Mal nicht mit einem Elektromotor, sondern von einem leistungsstarken Einliter-Motor mit nur drei Zylindern angetrieben wird das Opel GT Concept. Die Design-Studie erinnert stark an den Opel Speedster und sieht so umwerfend schön aus, dass man sich sofort wünscht, das Auto bald auch auf Schweizer Strassen zu sehen. Mehrfarbige Lackierungen und auffällige Design-Elemente werden immer wichtiger und häufiger, so auch hier. Die Frontscheibe geht nahtlos ins Panoramadach über, die Türen in die Seitenfenster in Wagenfarbe. Wow. Das ist möglich, indem sich das Seitenfenster-Material weiter nach unten fortsetzt und aussen auf den Türen aufgebracht ist. Die Türen reichen bis zum Vorderrad und werden beim Öffnen vorne nach innen eingeklappt. Herunterkurbeln lassen sich die Fenster somit nicht mehr – Parkhäuser müssen bis zu einem allfälligen Verkaufsstart also auch noch vom Papierticket auf elektronische Verarbeitung umgestellt werden. Aussenrückspiegel gibt’s keine: diese wurden durch geschickt platzierte Kameras ersetzt, die einen Rundumblick ins Fahrzeuginnere übertragen.

Peugeot 308R
Der erste Peugeot seit langem, der mir gefällt, ist bisher leider auch nur eine Studie. Er ist breiter und auffälliger als die bisherige Strassenversion mit seinen riesigen Lufteinlässen an Front- und Heckschürze, mit Kontrastlackierung vorne. Der Hybrid-Antrieb mit einem Benzin- und zwei Elektromotoren (vorne/hinten) erzeugt 500 PS, die über einen Vierradantrieb auf die Strasse verteilt werden. Knapp vier Sekunden dauert die Beschleunigung von 0 auf 100 km/h.


Wie auch beim bisherigen Peugeot 308 GTI wird die zweifarbige Lackierung wohl optional sein.
Renault Alpine 120
Ebenfalls kurz vor der Serienproduktion steht der neue Renault Alpine 120. Die Studie ist einfach wunderschön geraten. Sie lehnt klar an den ursprünglichen Alpine A110 an, der von 1962 bis 1977 produziert wurde. Das Auto ist zum Glück grösser – damals konnte man ja fast nur mithilfe eines Schuhlöffels einsteigen. Viel vom Auto ist noch nicht bekannt, ausser dass es bereits zu 80% dem für 2017 geplanten Serienstart entspricht.

Sbarro
Jedes Jahr präsentiert die Schweizer Autodesigner-Schule Sbarro (Studien-Atelier in Grandson, Schule für Autodesign, Automechanik und Autobau im französischen Montbéliard) am Auto-Salon Genf ihre neusten Kreationen. Diese basieren häufig aus einer Abwandlung existierender Autos, die von den Schülern mit viel Geschick und Fantasie überarbeitet wurden. Viele dieser Prototypen sind unverkennbar, zum Beispiel Ende der 90er-Jahren ein Citroën Picasso Minivan mit zwei enormen Flügeltüren.
Hier erklärt der mittlerweile 77-jährige Franco Sbarro höchstpersönlich jemandem den Sbarro Ginevra auf der Basis eines Ferrari 550.

Noch spannender gibt sich der Sbarro Miglia, ein Retro-Rennwagen, der von den klassischen Mille Miglia-Rennen inspiriert wurde.

Auch der Sbarro Maze gibt sich als Rennwagen, jedoch von den LeMans-Rennen gezeichnet.

Skoda Vision S
Und auch Skoda plant sein erstes SUV. Ob es so aussehen wird wie die Vision S, soll sich bereits Ende dieses Jahres zeigen. Dann soll nämlich die Serienproduktion starten. Hier weicht die Front noch reichlich von den aktuellen Modellen ab.

Subaru XV Concept
Subarus sind eher unauffällig und unaufgeregt, wenn es sich nicht gerade um Imprezas mit riesigen Heckspoilern handelt. Geht es jedoch nach der XV-Studie, könnte sich das bald ändern. Dieses SUV-Konzept gefällt – und nicht nur wegen der schönen hellblauen Farbe mit den orangen Akzenten.

VW T-Cross Breeze
Der VW T-Cross Breeze ist ein SUV-Spasswinzling, der zu lange ein Evoque Cabrio-Poster angestarrt hat. Er sieht eher unbeholfen aus und auch ein bisschen unsicher ob seiner selbst. Seine quadratischen Lichter mit den runden Ecken vorne und hinten passen irgendwie gar nicht zum Rest des Autos und erinnern mehr an Walross-Stosszahnstummel. Oder was meint Ihr?

Zu den übrigen Teilen dieser Berichterstattung über den Auto-Salon 2016:
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]]>Dies ist eine Berichterstattung über den Auto-Salon Genf 2016 in vier Teilen: Erstes Kapitel: Einleitung.

Alles ist SUV – SUV ist alles!
Die Beliebtheit der Sport Utility Vehicles (SUV) – Limousinen mit mehr Bodenfreiheit und erhöhter Geländegängigkeit – ist ungebremst. Die erhöhte Sitzposition verleiht nicht nur einen besseren Überblick auf die Strasse, sondern ist beispielsweise auch zum Ein- und Aussteigen praktischer. Und vermittelt noch mehr ein Gefühl von Grenzenlosigkeit, Sicherheit und Leistungsfähigkeit.
Dieses Jahr springen auch die bisher SUV-resistenten Autobauer der Luxusklasse auf den fahrenden Zug auf und lancieren Fahrzeuge wie den Jaguar F-Pace, den Maserati Levante (Bild) oder den Bentley Bentayga. Es sind SUV, die eigentlich niemand braucht und bei denen man sich fragt, ob die Zielgruppe nicht doch die klassische Limousine bevorzugt.

Eine Prise Oldschool
Ich freue mich auch immer über alte Autos am Salon. Porsche hat einen 718 RS60 ungefähr aus dem Jahr 1960 mitgebracht, einen leicht gebauten Rennwagen mit kleinem Vierzylinder-Motor, der an Autorennen Sieg um Sieg erzielt hatte. Er steht hier Pate für den neuen 718 Boxster S, der mit zusätzlichen 50 PS zum Boxster aufwartet und den Sprint von 0-100 km/h eine halbe Sekunde schneller meistert.

Auch Jeep setzt auf seine lange Geschichte. Ein alter Willys Jeep aus den 1940er-Jahren steht mitten im sehr grossen Jeep-Stand. Auch ein Jeep Wagoneer aus den 1960ern sieht aus, als warte er auf neue Käufer. Er befindet sich auf einem der Holzhügel, auf denen letztes Jahr die Jeep Renegade präsentiert wurden.

Einheitsbrei
Gerade bei VW und Audi ist es schwer, die einzelnen Modelle auseinanderzuhalten, nicht nur wegen der selben Farbe: Alle sehen gleich aus bis auf kleine Details wie die Lichter – und natürlich die Dimensionen. So ist auch der neue Audi Q2 (auf dem Bild ganz links) kaum vom grösseren Q3 zu unterscheiden, ein Schicksal, das er zum Beispiel mit dem A3 mit Stufenheck teilt, der dem leicht grösseren A4 zum Verwechseln ähnlich aussieht. Ob diese Vielfalt an Eintönigkeit wirklich nötig ist, frage ich mich schon lange. Vermutlich sollen die minimal kleineren Modelle Käufer befriedigen, die sich das grössere Modell gerade knapp nicht leisten können.

So sehen Gewinner aus!
Ein weiterer Autorennen-Gewinner wartet auf dem Peugeot-Stand: Der Peugeot 2008 DKR 16 mit der Startnummer 302, mit dem Altmeister Stéphane Peterhansel die diesjährige Dakar Rally gewonnen hat.

Dies ist eine Berichterstattung in vier Teilen. Nach dieser Einleitung stellen wir in den nächsten drei Beiträgen bezahlbare Autos, Supersportwagen und schöne Studien vor. Viel Spass!

Zu den übrigen Teilen dieser Berichterstattung über den Auto-Salon 2016:
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Bei der diesjährigen Dakar Rally sind die Teilnehmer erneut in Südamerika unterwegs. Da sich Peru wegen Unwetterschäden dieses Jahr nicht beteiligt, für die Strecke hauptsächlich durch Argentinien, mit einem Abstecher nach Bolivien. 110 Autos, 46 Quads, 143 Motorräder und 55 Trucks gehen an den Start. Zurzeit sind sie auf dem Autobahn-Weg nach Villa Carlos Paz, dem Startort der morgigen Etappe.
Neben vielen alten Haudegen sind auch viele Dakar-Neulinge mit dabei. Hier bin ich besonders auf Sébastien Loeb im Peugeot 2008 DKR16 gespannt. Gelingt es dem WRC-Champion, an die früheren Erfolge von Peugeot anzuknüpfen? Nach einem eher verhaltenen Start im letzten Jahr ist Peugeot sicher ein grosser Herausforderer. Die übrigen drei Peugeots werden von den Dakar-Altmeistern Stéphane Peterhansel, Carlos Sainz und Cyril Despres gefahren.
Im Prolog hatte eine chinesische Fahrerin die Kontrolle über ihren Mini verloren und hat Zuschauer erfasst. Dabei wurden 13 Personen verletzt.
Die Zusammenfassung des Tages läuft jeweils um 23:00 Uhr auf Eurosport.
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